Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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626
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626 1592 680-681.

Ot sie erwarten solten, bis I. Ch. Gn. oder dero rate in dieacht erkleret und die execution gewissen genachtbarten chur undfursten mandirt und bevolen ?

Oder aber, do der krieg also I. Ch. Gn. im land überfallenwollte, wie solcher krieg zu divertiren und abzuwenden ?

Dan solten genachtbarten chur und fursten uf der kais. Mt.und anderer stende bevelch in die Pfalz fallen, so könte leichtin der obern Pfalz auch wol ein bäpstlicher herr 1 einen beifallvon I. Ch. Gn. undertanen bekommen und I. Ch. Gn. deroselbenganzen landschaft entsetzen.

So ist es auch in der undern Pfalz also geschaffen, das, woI. Ch. Gn. solten des Streichs erwarten, bis sie überzogen wuerdendas der ganz krieg, bellum offensivum und defensivum uf I. Ch.Gn. undertanen wuerde fallen und dieselbe also geengstet, beraubet,überfallen und unwillig gemacht werden möchten, das sie sichleicht an andere herrn ergeben möchten, darzu nit wenig helfenwuerden derjenigen undertanen practiken, anhetzen und will, dieder religion, darzu I. Ch. Gn. sich bekennen, feind und entwederbapstisch, lutherisch, Ubiquitisten oder Schwenkfeldisch oder garkeiner religion seind".

Item was und wie weit der Kf. sich auf Ritterschaft undUntertanen verlassen könne? Item da nicht ratsam des Streichszu erwarten, wodurch der Kf. Krieg und Gefahr abwenden könnte?

Ob er temporisiren und sich akkommodiren solle,damit solchwetter möchte furubergehen"? Ob und wie weit das mit gutemGewissen geschehen könne?

Ob der Kf. auf Drängen des Kaisers und der R. Stände dieKirchen- und Schuldiener abschaffen solle ?

Oder eher das Aeusserste dran wagen und Land und Leuteund alles, was Gott ihm gegeben, in die Schanze schlagen ?

Ob kein Mittel vorhanden, alles solches Unheil zu vermeidenund trotzdem die Religion öffentlich zu bekennen und zu vertei-digen, Land und Leute und Deutschland in Ruhe und Frieden zuerhalten ?

Was dies für Mittel und Wege seien und wie zu ihnen zukommen ?

Diese u. a. Interrogatoria sollen den sämmtlichen alten undden neuen Räten, denen vom Adel und Grünrat ,,ungewarneterSachen jedem rat abgesondert" proponirt, ihre Bedenken erfordertund die vota vom Kf.wie auch von E. Gn." ohne Aeusser-ung eines Beschlusses angehört werden. ....

Wiesbaden. DIU. Korr. 1592.

2. März 681. Kurfürst Friedrich IV. an Wilhelm von Baiern.Heidel

berg

(Pf. Reichards Massregeln zur Durchsetzung der von ihm beanspruchtenTutel und Administration in Kreuznach und andern Orten sowie inder Oberpfalz und beim Kaiser. Er denkt sich bei der Kur, als deren

1 Baiern.