676-677. 1592 607
ß76. Karl von Lothringen an Kurfürst Friedrich IV. 2.
12.Kondolenz auf die ihm vor wenigen Tagen glaubwürdig vor- Februargebrachte Nachricht vom Ableben J. C, dessen Seele Gott eine Nancyfröhliche Auferstehung zum ewigen Leben verleihen wolle. Esbewegt ihn ganz besonders, „das hochermelter fürst . . über dienahe blutsvorwandtnuss . . in unser und S. L. Jugend umb undbei uns eine räume zeit gewesen und neben uns zu aller gottes-furcht, erbarkeit und fürstlichen tilgenden gleichsam uferzogen wor-den- Aus welichen Ursachen wir auch S. L. iderzeit freundlichzugetan und wolgeneigt geblieben und uns vor unser person kegenS. L. gleichsam ein getreuer gueter freund und vetter erwiesen".Da der Allmächtige J. C, dem er ein längeres Leben gewünschthätte, abgefordert hat, müssen er und Fr. sagen: „Sicut deoplacuit, ita factum est". Beglaubigt zu mündlichem Anbringenseinen Rat D. Philipp Ratzenberg. 1
Me. No. 1003. Or. (pr. Heidelb. 29. Febr.).
677- Kurfürst Friedrich IV. an de Fresnes. 3.Februar
Auf de Fr. Kondolenzschr. „Quid enim nobis hisce praesertimperturbatissimis temporibus accidere potuisset acerbius amissionetantae Imperii columnae et nobis charissimi parentis? . . . Nuncautem facile videmus, nostrum esse, suscepto gubernationis elec-toralis onere, humeris sane nostris graviore, in eam curam uuiccincumbere, ut omnes intelligaut, cogitationes nostras et actionescunctas eo conversas esse, ut gloriosa vestigia maiorum nostrorumatqne parentis iustitiae studio, avi vero atque patrui orthodoxaereligionis asserendi [!] zelo assequamur". . . . Verweist im Uebrigenauf den Ueberbringer Sekretär Joa. Durantius, „cui exposituro,quae a nobis in mandatis habet, volumus haud minorem fidemadhibeas atque nobis ipsis". 2
Me. No. 1003. Coric.
Prag sei über J. C. Tod an Privatpersonen geschrieben, aber nichtsan den Kaiser gebracht worden. Sie hätten von ettlichen kais. Rätenvermerkt, es würde dem Kaiser ein Gefallen geschehen, wenn J. G.und Herzog Friedrich Wilhelm den jungen Kf. Friedrich gelegentlichermahnen Hessen, in Giaubenssachen zu seinen beiden Mitkff. und indie Fussstapfen seines Vaters zu treten; der Kaiser würde seinerseitsmit allerhand Unterbauung nichts erwinden lassen (Berlin, R. XLI,19 b °, Or.).
1 Ein Sehr, des Herzogs an J. C. Tochter Dorothea, Cop., unddie Antworten vom 1. März, Conc, ebd.
2 De Fr. dankt, Frankfurt 13. Februar, für die kurf. Sehr, unddie Werbung Durant's in des Königs und seinem Namen; über denVerlust J. C. tröste ihn die politische und religiöse Standhaftigkeit desKf., „cum illum Cels. V. firmum et perstantem animum in litteris,quas ad regem Cerist mum et ad me Cels. V. dedit, expressum quo-aammodo intueor, cum de illo spem certam ex doraini Durantii ser-monibus haurio"; er werde die kurf. Sehr, an Heinrich IV. und andie Königin von England besorgen (ebd. Or.).