602 1592 671—672.
17.Januar671. Der Vizedom Wambold an Kurfürst Friedrich IV.Amberg (Grundlose Gerüchte über einen bevorstehenden Systemwechsel derneuen Regierung. Der Aufruhr zu Neumarkt und seine Unterdrückung.Massregeln gegen die Oberpfälzer; deren Jubel über J. C. Tod.)
Kondolenz; Verlust zweier vornehmer Häupter des Rel. undpolitischen Wesens im Reich in so kurzer Zeit. Etliche werdenschon frohlocken, dass jetzt überall, besonders aber in Fr. Landenim Rel. und Profanwesen alles „über und über gehen und zuboden fallen solte". Aber Fr. ist in der wahren christlichenReligion und allen fürstlichen Tugenden erzogen, hat seinesPflegevaters Handlungen in geistlichen und weltlichen Sachen wahr-genommen und begriffen und wird in dessen noch frische Fuss-stapfen treten und diejenigen zu Schanden machen, ,,so allerhandreden derohalben von E.Ch. Gn. person unbedachtsam ausgiessen".Ein Beispiel sind die widerspenstigen Neumarkter, die in ihremTrotz am Todestag J. C. zu Meuterei und Aufruhr kamen, „undmenschlich darvon zu reden und zu halten, in so kurzer zeit unduf dergleichen unversehenen fall ihnen widerstant zu tuen, da nitder regierung daselbsten mit eilender hilf die hand geboten worden,fast unmöglichen gewesen". Trotzdem wurden sie wieder zumGehorsam gebracht „und E. Ch. Gn. zum glucklichen anfang undunwissender dingen (welches billich für ein guet omen zu halten)eine so gewünschte victori erhalten 1 '. 1 Gott wird auch weiter seinenSegen geben, dass Fr. über alle, die sich ihm unbillig widersetzen,die Oberhand behalten und gleich seineu Vorfahren den NamenVictoriosi kontinuiren möge. Glückwunsch zum Antritt der Regier-ung. Ueber seine Einsetzung zum Vizedom durch Dohna undKolbinger sowie über deren Verhandlungen mit ihm und seineEntschuldigung „sonderlich der grossen besorgenden uud gefundenenconfusion halben", auch über J. C. weitere Erklärung und Zusageseines Schutzes wird, da Dohna abwesend, Kolbinger berichten.Bittet nun angesichts des jetzigen verwirrten Zustands um neueVerbal tungsmassregeln.
(P. S.) Bittet um Vornahme der von J. C. beabsichtigten, aberdurch dessen Krankheit verhinderten Aenderung „etlicher hieobigerpersonen", was jetzt leichter zu machen ist als später, „sonderlichdieweil dises hochbetrubten todfals halben jetz ein unseglich jubi-lirens und darfur gehalten wurd, als ob E. Ch. Gn. nunmehr alksretractiren werden". 2
Me. No. 1003. Eigh. (pr. 31. Jan.).
18. 672. Dolfin an den Dogen.
28. (Nachricht vom Tod J. C. durch Salis; sehr vorteilhaft für die klevischeJanuar Sache. Der Tod zweier dem Kaiser feindlicher Kff. eine Gunst desp ra „ Himmels. Navarra verliert viel an J. C; dessen Ansehen trotz dergeringen Mittel. Der junge Kf. unbedeutend.)
„Mentre che stavo per serrar il piego, il baronSalice colonellostipendiato dall' imperatore amico mio et che frequenta questa
1 Vgl. hiezu Wittmann, Gesch. der Reformation in der Ober-pfalz (Augsb. 1847), S. 86 f.; Häb erlin XVI, 357 f.
2 Vgl. ebd. S. 88 f. — Kf. Friedrich hatte schon am 7. Jan. demRegiment zu Amberg die Anwendung der neuen Siegel und die Ein-