594 1591 658—659.
Auch in einer 2. Audienz, am 19. Dez., blieb J. C. bei seinerErklärung und fügte noch die Bedingung bei, dass die Stadt ihrVolk dazu geben solle. Schliesslich jedoch forderte er die Gesandtenauf, noch diesen Tag zu bleiben, und schlug vor, „ob man mitdisem werk nit noch ein kurze zeit inhalten möchte, bis der herradministrator zue Magdeburg und Braunschweig etc. ersucht werden.Dann wann diese beide an S. F. Gn. schreiben und die ersuchenwürden, wolten sie es tun". Er erbot sich, dem D. Weiss Kredenzan die obigen Fürsten mitzugeben. Die Landrettung endlich wolleer vorgehen lassen. 1 D. Weiss erklärte hierauf, er und die städti-schen Gesandten wollten dableiben. Die Reise könne er aber ohneWissen und Befehl des Kapitels Dicht unternehmen. Nach derTafel teilte der Kanzler mit, sein Herr habe die Instruktionen vonNeuem durchgesehen und gebilligt- Der Sekretär Pelen meinte,nach Einnahme der Güter werde sein Herr wol zu einer Reisenach Strassburg zu bewegen sein.
Strassb. A. A. 774. Or.
23. Dezbr. 659. Pfalzgraf Philipp Ludwig an Ludwig von
Würtemberg.
Betr. die vielfältigen noch dauernden Bemühungen des Kaisersum Herstellung des Friedens in den Niederlanden. Nach den beil.Copp. von 2 Sehr, der Staate:) an den Kaiser und dessen Kommissarewenig Hoffnung. Neulich äusserte hier im Gespräch mit ihm derfranzösische Agerjt in Deutschland mons r de Fresnes, „es wurdet)oder könten die staden der Niderland ohne seines königs vor-wissen und verwilligen in einige friedenshandlung sich nimmermehreinlassen;" der K. würde niemals einwilligen, „es wurde dan eingeneralfrideu gemacht," da der K. sonst von den freigewordenenSpaniern um so stärker würde augegriffen werden. Auf die Frage,ob der K. einen Frieden leiden und durch wen derselbe traktirtwerden könnte, erklärte de Fr., der K. wünsche nichts als seinererbtes Reich in Ruhe zu regieren, mit allen Nachbarn Friedenzu halten und was seine Untertanen gegen ihn getan, zu vergessen.Da de Fr. dabei anzeigte, L. habe mit ihm über eine solcheGeneralfriedetistraktation zwischen Spanien, Lothringen, Savoien,den andern von der Liga iunerseits und Frankreich, England und denunirten Provinzen andererseits und über die Veranlassung des Kaiserssich damit zu befassen, da die Partikularhandlung wohl vergeblichsein werde, gesprochen, ersucht er um vertrauliches Gutachten underklärt sich zur Förderung bereit. 2
Mc. Jü). Succ. Streit f. 72: h 200. Conc.
1 Der Strassburger Rat hatte am 20. Nov. J. C. erklärt, sie wolltenden ao. 77 und 79 zu Weissenburg vorgeschlagenen Landsverein fort-setzen; vgl. I. 66; 185.
2 Am 6. Jan. schickte Würtemberg dem Pf. Cop. seines Sehr,an den Kaiser, Nürtingen 7. Dez. 1591, worin statt der Partikular-friedenshandlung eine allgemeine, mit Hereinziehung Frankreichs undEnglands, vorgeschlagen wird. Dagegen sprach die kais. Antwortan Würtemberg, Prag 8./18. Januar, die Hoffnung aus, der Spezial-friede werde ein guter Eingang zum gemeinen Frieden sein (ebd.J.Vgl. Sattler V, 138.