660-661. 1591 595
660- Georg Ludwig von Hütten an Camerarius. 26. Dezbr.
Ist diesen Abend von Weimar zurückgekommen, ohne die Reisenach Dresden ausgeführt zu haben. Er hörte nämlich in Weimar,Zündelin sei nicht mehr da, auch nicht verstrickt. Ist dies wahr,so ist Z. wohl weggezogen. „Das er aber verstricket sei, ist dess-halben sehr vermutlich, weil er stäts bei dem canzler gewesen, undobwoln ime erstlich, sich des canzler haus, als der canzler ver-stricket worden, zu eusseren befolen worden, so hat er doch leicht-lich ferner in verdacht seines bei dem canzler stetigen aus- undeingehens und beiwohnen kommen können bei den anwesendenlandstenden, als were vil dieser dinge durch ihn, wo nicht angebenund gestiftet, doch gutgeheissen und gesterket". 1
Bm. Coli. Cam. XXI.
661- Johann Casimir an Wilhelm von Baiern. 31.Dezbr.
Heidel-(Die Doppelwahl für die Strassburger Dompropslei. W. und sein Sohn ber „
Ferdinand sollen sich nicht in Streitigkeiten mit Braunschweig u. a.evangelischen Häusern einlassen.)
Auf W. Sehr, vom 26. Wusste bisher nur äusserlich, dass W.Sohn Ferdinand von den ausgewiesenen Kapitularen zum Propstgewählt sein solle, 2 wie er auch von der Wahl Joachim Karls vonBraunschweig durch das Domkapitel zu Strassburg erst dieser Tageerfuhr und keineswegs deshalb in Werbung steht, vielmehr in derStrassburger Sache bisher nur mit andern evangel. Kff. und Fürstenzusammen beim Kaiser und sonst zur Erhaltung gleichen Rechtsund Friedens gehandelt hat. Würde ungern W. und Ferdinand inWeitläufigkeit geraten sehen, da der Braunschweiger schon vorBeginn des Streits Kapitular war und legitime zum Propst erwähltworden ist, während die Ausgewiesenen Ferdinand nur gewählthaben, um mit W. Beistand „ihren keif zu erhalten" und die
1 Vgl. Ko. 645. John Wroth an Camerarius, Venedig l./ll. Jan.1592: „La libera custodia del nostro Sendelino mi fa sperare chequei furiosi di Misnia haveranno un poco di rispetto alla sua bontäet innocenza, le quali congioute con fintercessione di quel nobilissimoHuttenio senza dubio opereranno la sua total libertä". Er schriebkürzlich nach England „a i nostri di procurar ogni mezzo di smorzarquel periculoso fuogho et di liberar quei pii ingiustamente carcerati"(ßm. Coli. Cam. XIV). — Zündelin schreibt an Camerarius aus Frank-furt am 25. Jan. 1592, aus Strasburg am 22. Febr. („a. D. lantg. etab ill m0 electore P. invitatus fui," er gehe aber nach Basel), aus Baselam 30. März und 25. April, aus Heidelöeig am 2. Juli (wo er den Kf.Friedrich als „ill mU5 priueeps noster" bezeichnet), Bm. Coli. Cam. XXII.
2 Vgl. Meister S. 381 ff. Wilhelm an J. C, München 16/26.Dez.: hört, die Bruderhofischen hätten den Sohn des Herzogs HeinrichJulius zum Dompropst gewählt und J. C. lasse zur Förderung dervermeinten Wahl Knechte werben; erinnert daran, dass sein SohnFerdinand die Propstei bereits erlangt habe, und hofft nicht, dass beiihrer nahen Verwandtschaft J. C. sich in dergleichen Werbung einlassenwerde (Str. ebd. Cop.).
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