617-618. 1591 565
617. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich.l9.August
Heidel-
Hat sich im Mai zu Heilbronn mit Pf. Philipp Ludwig per- " ergsönlich wegen der Union besprochen; Ph. L. begehrte Aufschubetwa von 7 Wochen, um sich mit Würtemberg zu verständigen.Unterbrechung des neuburgischen Besuchs bei Würtemberg durchden Tod der Mutter Ph. L., der heimkehren musste, aber baldigeErklärung versprach. Bittet um Mitteilung, ev- Beförderungder würtembergischen Resolution, was Sachsen und er mit Dankaufnehmen werden. 1
Berlin. Unionsacta I. Or. (pr, Ansbach 24. Aug.).
(}18. Kursächsische Antwort auf die von dem ka i s.23.August
KolditzGesandten Hans Christoph von Hornstein übergebene
Replik. 5
Niederländische Friedenshandlung: der Kf. bezieht sich aufdie bereits angegebenen Ursachen, die ihn abhalten sich zubeteiligen; bei der jetzigen Einmischung Spaniens in Frankreichund sonst wird der Kaiser bei den Staaten nichts erreichen, zumalSpanien in der Religion nichts nachlassen soll. Anlässlich der kais.Patente für Spanien verweist er auf dessen Rücksichtslosigkeitengegen das Reich. Aachische Sache: ist nach wie vor für Austragdieser und ähnlicher Händel mit Zutun aller oder doch der vor-nehmsten Stände. Strassburgische Sache: ebenso. Der K. möge
1 In seiner Antwort, Ansbach 27. August, versprach G. Fr. an-lässlich einer Zusammenkunft Würtembergs mit Pf. Philipp Ludwigzu Neuburg den Herzog wiederholt um Erklärung zu ersuchen, Conc.ebd. sowie ein Conc. gl. Datums mit dieser Bitte an Würtemberg.Vgl. Muffat S. 19.
3 Vgl. Meister S. 393 f. Hornstein, an Sachsen und Brandenburgabgefertigt, konnte nach Caetano's Depesche aus Prag vom 7./17.Sept. (Germ. 112 S. 399) den erkrankten Kf. von Sachsen nichtsprechen und auch Brandenburg kaum, der . eben Sachsen besuchenwollte. Die Krankheit war ein Fieber mit schweren Symptomen und„relassatione di stomaco causata da disordini eccessivi del vino. Lamorte del duca disturbaria molto l'impresa de' Protestant! nel soccor-rere Navarra, e pero li progressi del suo male sono tenuti occultissimi".das Aehnlich in einem Sehr, von Slade, Ingolstadt 4./14. Oktober,die Nachricht von Tod des Kf. noch bezweifelt: „If he do escapethis fitte, he cannot be of long life. For his ordinary diet is to godruncke to bedde every night, as I have heard by them which doknow his custome" (Ma. 284/14, f. 444, eigh.). In einem Sehr. Zün-delins an Camerarius s. d. (Bm. Coli. Cam. XXII) heisst es: „De eius-dem Hipparchi [electoris] gravi et lethali morbo quin iam audieris,nihil dubito, cuius quidem patientia, pietas et in deum fiducia mirificainter summos cruciatus et dolores se ostendit satisque tum apparuitvirtutem divina ope communitam adversns omnes impetus invietamconsi3tere".-Aber auch Z. spricht in einer anderweitigen Aeusserungüber den Tod des Kf. von dessen starkem Trinken (Z. f. Kultur-gesch. II, 1895, S. 21).