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3 (1903) 1587 - 1592
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28. Juli ob das matrimonium mit Pfalz vorgehen möchte; ziehen des zuDussel- motiven an, Pfalz sei nahe gesessen, habe viel lehen im jülichischendorf fürstentumb; darumb sei er nit zu offendiren; sie betten sonst auchwiederstand zue gewarten etc. Wir vernehmen auch weitleufigdas der pfalzgraf der landschaft einen ausführlichen discurs über-reichen lassen, darinne er der Pfalz autorität, macht, hoheit unddergleichen statlich ausgestrichen und gleich dieselbe gegen derMark einem paradies verglichen. Wir können aber hinder den-selben noch nicht kommen. So lieget auch der trierische medicus

D. Weiher, 1 dessen bruder bei Pfalz dis werk treibet, alliierwelcher die kgl. und pfalzische schreiben anhero bracht undohne zweifei ad partem einen hier den andern dort von den land-ständen an sich reizen und bestechen wird (wie dann dieselbenmehrenteils auch propter Calviniauum dogma dahin wol affec-tioniret), damit sie weiter tentiren und practiciren werden. Es hataber der herr D. Fabricius einen ungefährlichen gegendiscurs ge-macht, wie davon die copia K. meldet, damit die herzogin den-jenigen, so also an sie setzen, daraus etzlicher massen wiederparthalten und begegnen könne. Wuhin [!] nun dieses mit Pfalz siehet,sonderlich das er dis ding so scharf, alhier suechen lest, geben

E. Ch. Gn. wir zu ermessen".

Sie haben die Herzogin im Gespräch über diesen Punkt, wegendessen sie nicht in specie instruirt, auf ihre Vertröstung und Zusagegewiesen; das Haus Brandenburg versehe sich nicht, dass dieHerzogin sich durch die pfälzischen Einwürfe werde verleiten lassen.Die Herzogin begehrte Gutachten, was den Landständen zu ant-worten. Sie erklärten, der beste Weg sei der, „das I. F, Gn. den-selben lautern wein einschenkte und vermeldete, waramb des eiternfräulins halb es nicht sein konte"; eher werde die Herzogin vonden Ständen keinen Frieden haben, während eine offene Erklärungjedes weitere Sollizitiren abschneiden würde. 2 Zudem habe dieHerzogin die Resolution ihres Vaters, „welche mit wissen derrate abgangen, darinne S. F. Gn. auf das haus Brandenburg selberfür Pfalz geschlossen". Daher könnten die Stände nicht offendirtwerden. Wenn dieselben als Gegenleistung Beförderung der Kon-firmation in Aussicht stellten, so sei nicht einzusehen, warum diesebeim Kaiser nicht ebenso gut zu erhalten sein werde, wenn mitBrandenburg abgeschlossen werde. Daher sei leicht abzunehmen,wohin es von den Ständen gemeint „und das etliche mehrin puncto religionis Calvinianae auf Pfalz als Brandenburgsich wendeten". Einer der vornehmsten Grafen i ntvvortete,hierüber befragt, er habe Lehen von Pfalz, „darumb gönte er eslieber dorthin". Auf die Entgegnung, warum er denn so bös bran-

1 Dr. Heinrich Weyer, der Sohn des berühmten Gegners derHexenverfolgungen, kurf. trierischer Leibarzt, war schon 1590 gestorben(Binz, Dr. Johann Weyer, Bonn 1885, S. 163). Vgl. Ehses I. 2, 129;141; 155 f. Hier vermutlich eine Verwechslung mit dem jülichischenLeibarzt Galenus AV.; der bei Pfalz tätige Bruder ist Dietrich W.

a Eine Ansprache der Herzogin an die Jülicher Stände, worin siegenauere Motivirung für ihre Bevorzugung Brandenburgs vor Pfalzauf der künftigen Zusammenkunft im September in Aussicht stellt,Berlin a. a. 0. Cop. Vgl. J. Krudewig, der „Lange Landtag" zuDüsseldorf 1591 (Marb. 1901), S. 31 ff.