Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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546
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546 1591 588-589.

Der Kaiser will die Acht nicht verkündigen, mit Rücksicht aufden Durchzug des navarrischen Kriegsvolks, aber erneuert denSequester, obwohl Erzh. Ferdinand sich bisher weigerte. Dagegenbilligt der Kaiser die Koadjutorie; geeignet hiefür wären nur ent-weder ein Sohn Baierns oder der Kardinal von Lothringen. 1 Ent-schlösse sich der Kaiser, dem Recht gemäss gegen die Ketzer inAachen zu verfahren, so erbieten sich Kleve, „che tiene certajurisdittione in Aqaisgrano", und Parma „che si chiamain nome diS. M li protettore di quella cittä per li stati di Lucimburg", zurExekution, „con la commoditä ch'hanno di sottrarli ogni sorted'alimenti''. Sachsen, Brandenburg und Braunschweig 2 haben, umdiese Dinge zu hindern, wie gewöhnlich Gesandte an den Kaisergeschickt, „come quelli che sono vigilantissimi in questi negotiid'Argentina et Aquisgrano", da Strassburg „chiave dell'Alemagna"und Asyl der Calvinisten und niederländischen Rebellen und Aachen„cittä principale deH'Imperio" ist. „Qua si cede facilmente alledifficoltä et con queste dilationi ricevono danno notabilissimo lecause della religione." Schickt ein Sehr. Triers, das ihn um Inter-zession beim Papst gegen die Bedrängnisse von Seiten der spanischenMinister wegen der Abtei Prüm ersucht.' Der Kaiser hat sichschon beim spanischen Gesandten deshalb verwendet. Hier sinddrei Gesandte aus Kleve, einer von der Herzogin von Preussen,die die Administration der väterlichen Staaten „stante la inhabilitädel padre et del fratello" haben und eine Tochter in sehr zartemAlter mit Johann Sigismund, dem Sohn des Postulirten von Magde-burg, verheiraten will, ein zweiter von der Gemahlin des Jung-herzogs, „buona catolica", die ebenfalls die Administration fordert,ein dritter vom alten Herzog und den Räten, um die Bestrebungender Herzogin von Preussen zu vereiteln, mit geheimer Werbungum die Vermählung eines kais. Bruders mit einer gut katholischaufgezogenen heiratsfähigen Tochter des Herzogs „o con questafigliola della duchessa di Prussia, alla quäle di ragione toccarebbela successione delli stati di Cleves per l'investitura di CarloQuinto; et sarebbe facil cosa haver il consenso della madre ettornarla alla religione essendo di tenera etä". Dies würde fürdie Religion und das Zusammenbleiben der Lande der beste Aus-weg sein.*

Rom, Germania 112, 335,

8. Juli 589. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea.Braubach

Hat aus D. Sehr, gern ihren allerseits Zustand vernommen,„Wir alle seind gott lob noch alle [!] wol auf und der saur-bronnen musssich wol leiden. Ich hab bishero mer saurbronnen alswasser getrunken." Will morgen Freitag die Heimreise antreten; seine

1 Vgl. Meister, Akten S. 72 ff; Kapitelstreit S. 387 f; wegender Koadjutorie S. 379 ff; 385 ff.

' Irrig für Kurpfalz. Vgl. Eh ses-Heis ter, N. B. I. 1, 377 ff.

8 Vgl. Ehses, N. B. I. 2, 323 ff.

4 Vgl. hiezu No. 393; 402; Ehses a. a. 0., 420.