477-478. 1591 425
477. De Fresnes an Christian von Sachsen. I3.Januar
FrankfurtBegründet eingehend die Notwendigkeit einer möglichst raschenund stattlichen Hülfe, da es der König immer noch zugleich mitSpanien zu tun hat und Parma's Kriegführung ohne entscheidendeSchlüge geeignet ist die Franzosen zu ermüden. Wünscht sorg-fältige Auswahl der deutschen Truppenführer; solche zu ver-meiden, die nur an die Schadloshaltung für frühere Einbussendenken. Ein fürstlicher Feldherr. „In tribunis et praefeetis atqueadeo in ipso imperatore fidem, fortitudinem et pietatem (ad quamvitae praesentis non minus quam futurae promissa pertinent) longemagis quam magnam rei bellicae peritiam desidero. Nam cum perse bellum gesturi non siut et ad regem recta mittantur, satis eruntperiti, si illius iussa et imperia fideliter et fortiter exequantur." 1
Dr. 9805. EigU-
478. Johann Casimir an Herzogin Maria Leonor al8.Januar
von Preussen. Heidel-
berg
Erinnert daran, dass vor länger als zwei Jahren Pf. Johannund Pf. Magdalena für seinen Pflegesohn Pf. Friedrich um M. L.älteste Tochter Anna geworben und M. L. sich damals und seitherwiederholt hierauf willfährig und freundlich erklärt hat, auch derenTater und Bruder diese Heirat sich haben gefallen lassen. 2 Daseither sein Pflegesohn an Alter, Verstand und Leibeskräften zu-genommen hat und die im Testament Kf. Ludwigs bestimmte Zeitseiner Verheiratung herbeinaht, er seinen Pflegesohn gern zeitlichverheiraten und in der kurf. Regierung sehen wollte, auch seitdemdie Kontrafakturen von M. L. zwei ältesten" Töchtern bei Pf.Johann gesehen und seinen Pflegesohn verschiedentlich probirt undbefunden hat, dass desselben Affektion zu Anna beharrlich bleibt,wie sie angefangen: hofft er die gleiche Beständigkeit bei M. L.und ihrer Tochter zu finden. Hat allerdings gehört, Magdeburghabe für seinen ältesten Sohn auch einen Anwurf getan und M.Georg Friedrich für letzteren schriftlich um Anna angehalten.Aber die pfälzische Werbung ist viel älter, vonM. L. Vater, demder junge Pf. als Kind zu Heidelberg besonders gefiel, und vonM. L. Bruder gebilligt und wird von den vornehmsten jülichischen,klevischen und bergischen Räten sammt Rittern und Landschaftfür nützlich, ratsam und richtig gehalten; Pfalz hat ansehnlicheLehen in den drei Landen und kann ihnen besser beispringenals weitentlegene Orte. Nach Erwägung dieser Umstände werdendie beiden Markgrafen wohl Pfalz keinen Eintrag tun, vielmehrdieses christliche löbliche Ehren werk befördern helfen ; sie möchtenfreilich M. L. älteste Tochter wegen der Anwartschaft gern in ihr
1 Diese Auslassungen zielen aufj. C. und die Seinigen (Dohnau. a.)
2 Vgl. No. 402; 428; 449 (S. 406 A. 1). Das Argument mit denkurpfälzischen Lehen in Jülich wurde bereits in den VerhandlungenKeubers mit Rheidt zu Ems Febr. 1590 geltend gemacht (Z. f. preuss.Gesch. IX, 356).