Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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410
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410 1590 456-457.

enden Beschwerungen des Amberger Rats in Religionssachen. DieAmberger waren nicht nur gegen seine Administration, sondern vonjeher in politischen und religiösen Dingen widerspänstig, auch gegenseinen Bruder. Nach dem Rel. Frieden gebührt bekanntlich der Obrig-keit und nicht den Untertanen die im Reich zugelassene Anstellungund Handhabung der Religion; Untertanen, denen, wie es hiergeschieht, ihre Gewissen freigelassen und nur ihre gefasste Rel.Uebung nicht verstattet wird, haben sich dessen bei der Obrigkeitbillig höchlich zu bedanken. Die Amberger dagegen wenden dasBlatt um und unterfangen sich die Obrigkeit zu reformiren. Gegen-über dem Testament seines Bruders verweist er auf das seinesVaters. Die Erbeinigung hat mit der Administration gar nichts zutun. Was die angebliche Zusage betrifft keine Generaländerun»vorzunehmen, so hat er den Ambergern Freiheit der Gewissen*Kirchen und Schulen zugesichert, falls sie seinem Mandat gegendas Lästern und Kondemniren auf den Kanzeln nachleben würden.Statt dessen wurde selbst seine Person unablässig angetastet; weissnicht, ob G. F. so lange wie er zugesehen haben würde. Da jenesMandat nicht den geringsten Erfolg hatte und gegen den Willenseines Bruders die ubiquitistische Lehre eingeführt worden wargebot er Teilnahme der Kirchendiener zu Amberg und auf demLand an den zu freundlicher Besprechung vorfallender Mängel inLehre und Leben eingerichteten classicis conventibus. Der Unge-horsam dauerte fort und die Amberger klagten gegen ihn beimKaiser und R. K. G. Seinerzeit wagten sie sogar den Versuchseinen Vater mit gewehrter Hand aus der Stadt zu stossen, wassie später abläugneten.' Verweist noch auf die Vorenthaltung desPfarrbofs und der Hofkapelle zu Amberg, auf dieconspurcirung"und Abreissung seines Mandats, Konspiration mit Adel, Städten undMärkten, auf den Schimpf gelegentlich der begehrten Stellung desDiakonus zu Amberg zu seinem Konsistorium. Das alles ist respessimi exempli und er hätte überflüssige Ursache alle im Rel.undProfanfrieden der Obrigkeit zugelassenen Mittel und Wege zu ergreifen..... G. F. möge den Ambergern künftig nicht so leicht Glaubenund Gehör geben, sondern sie zum schuldigen Gehorsam anweisen,und disfals gegen uns tun, was sie in dergleichen selbst gernbetten, das ihr beschehen solte." ....

Dr. 8543. Cop.

15 - 456- Königin Elisabeth von England an König

XT &1 . Christian IV. von Dänemark.

November

London Ersucht um Unterstützung Pallavicino's, dessen letzte Sendung

an die ev. R. Fürstenpropter dubitationes nonnullas . . electorisSaxoniae menti inhaerentes" nicht zum Abschluss kam, bei seinerneuen Sendung nach Deutschland, wohin zugleich Heinrich IV.Turenne abfertigt."

Kopenh. England A. Or.

1 Vgl. Kluckhohn, Friedrich der Fromme, S. 281.

2 Ein Sehr. gl. Datums an Christian von Anhalt bei Beckmann II,299 f.