454-455. 1590 409
454. Zeitung aus Prag. __ 7 „:
17(Der Aasgang des Dep. Tags. Ein ev. Hofrat. Gegenreformation„ \
er
Prag
in Oesterreich und Steiermark. Niederländische Friedenshandlung.)
„Aus Prag vom 17. 9bris anno etc. 90." 1
Vorgestern kam Hornstein vom Dep. Tag zurück. Die Herrenhier nicht übel zufrieden, dass dort nichts ausgerichtet; dass manaber auf solche Weise geschieden, macht ihnen Nachdenken. Mangibt die Schuld aller Unordnung den pfälzischen Gesandten „undglaub, wan mittel vorhanden, solchs zu äfern oder zu rechnen, sowurd man sie zu seiner zeit wissen zu finden, und dröen nicht mitweichen birn zu werfen." Der Kaiser kam von der Jagd und mangeht täglich vor und nach Mittag darüber zu Rat. Wegen derkurf. Klagen über den kais. Hofrat hat der Kaiser den Herrn vonScbleinitz A. C. zum Rat bestätigt und dadurch zugleich für eineReise zu Heinrich Julius nach Braunschweig belohnt, wo derselbeein Anlehen von 20 000 Talern „uf 8 widerzugehen" erlangte.Dagegen bedroht der Kaiser die Stadt Waidhofen mit dem Bann,falls sie nicht die verjagten Pfaffen restituire. Erzh. Ernst soll inSteiermark die um Abschaffung der Jesuiten anhaltenden Ständebezwungen und von ihnen 400 000 fl. zur Tilgung der hinterlassenenSchulden ihres Herrn erlangt haben. Der Erzh. behält das ganzeGubernament in Händen und fragt sie nicht viel, wie sie vermeinthatten. Die österreichische Gesandtschaft wegen freier Religions-übung hier abschlägig beschieden. 2 Man hofft, wenn Spanien sieden Holländern nachsehe, werde der Kaiser ein Gleiches tun.Herr von Bernstein, Herr von Reda, Graf Salentin von Eisen- <berg und der Bruder des B. von Würzburg sind an Parma und dieniederländischen Stände wegen Erneuerung der Friedenshandlungabgeordnet und rüsten sich zur Reise. „Dis vorhaben geschieht, dieteutschen fursten und stende in Niderland ufzuhalten und zuhindern, das sie nichts ernstlichs vornemen. Jedoch scheint es,das weder die ein oder die andern sich werden ferner dergestaltbei der nasen herumziehen lassen", da des Spaniers Erklärungdahin geht, die Religion nimmermehr freizulassen, obgleich sichetliche bereden lassen, andere und sich mit grosser Gefahr undNachteil dadurch zu betrügen.....
Dr. Zeitungen von Pf. Jobann Casimir. 10710. Cop,
455. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. ll.Novbr(Rechtfertigt sein Verfahren gegen die unbotmässige Stadt Amberg.) Lei P zl S
Auf G. Fr. von Statthalter, Kanzler und Räten zu Heidelbergihm nachgeschicktes Sehr, vom 29. Sept. betr. seine angeblichengegen das Testament seines Bruders und die Erbverträge verstoss-
1 Die Rückehr Hornsteins aus Frankfurt lässt doch wnhl aufDatirung nach neuem Stil schliessen. Der Schreiber, dessen BerichtJ. 0. dem Kf. Christian mitteilte, könnte Salis sein, vgl. No. 141; 147.
3 Vgl. S tieve IV, 97 ff; Mitteil, des Inst. f. östr. G es eh.Forschung, Erg. Band VI (1901).