457. 1590 411
457. Johann Casimir an Dohna. 18. Nov.
Dresden
„Lieber compere!" Hat D. Sehr, vom 4. am 13. bei seinerAnkunft „bei meinem lieben brudern zur Glucksburg" erhalten underfahren, wie es im politischen und jägerischen Regiment beschaffen.D. möge ferner gute Inspektion haben. Seinen Einritt hier und,vilfaltige ehre, so mir widerfahren", zuschreiben würde mehr als2 Bogen Papier erfordern. Ein Gesandter Baierns traf am gleichenTag hier ein; wird dessen Werbung mit der Zeit erfahren. 1 Darfam Dinstag nach Freiberg und dann nach Hof ziehen, was er M.Georg Friedrich zeitig kund tun wird, „auch bedacht mich durchsBaierland 8 zu begeben, doch Amberg zu uberhupfen" a und denVizedom anderswohin zu bescheiden. Krell hätte ihn gern persuadirtzu Braunschweig zu ziehen, aber der Kf. „hat mir beifall getan".Beim Besichtigen des neuen Stalls am Sonntag müssen sie denWillkomm trinken, einen Ritter g. Gorgen, der nicht viel Weinhält, „wen es dabei bleiben kunt; kein exes ist nocht nit begangenworden". Dem Kf. schmeckt und bekommt der Beerwein. Der Kf.bat um Zuweisung eines wackern Grafen „bei uns deheim", mit Hin-weis auf die Rheingrafen und dem Zusatz: „es muss aber unserreligion sein". Er antwortete, die Rheingrafen und die andern seienalle verheiratet, dachte aber dann an den jungen Grafen von Hanau.D. soll dies auf 1 Jahr vermitteln; „darf sich für dem drinken nitbefaren. Zondelini lobt den grafen gar sehr". Als er heute zu derKurfürstin geladen war, kam das Packet vom 11. Antwort inwenigen Tagen. 4
„Datum in eil Dresen, den 18. 9 bria ao. 90. Vostre bien bonaray J. Casimir"..
Bm. Coli. Camerar. XXXV. Kigh. (pr. 25. Nov.).
1 Der bairische Gesandte sollte den Tod der Mutter des HerzogsWilhelm dem Kf. anzeigen, der ihn aber nicht selbst empfing, sonderndurch Christian von Anhalt anhören Hess; „caetera omnem Uli honoremexhibuit et in arce etiam sua hospitio enm excepit" (Zündelin anCamerarius, Dresden 17. Nov.). Vgl. No. 450.
5 D. h. die Oberpfalz.
s Vgl. No. 455.
* Der Besuch J. C. bei Sachsen wird sogar in einem Sehr. Mayen-ne's vom 23. Nov./3. Dez. erwähnt (Corresp. de May enne S. 78 f.)Zündelin berichtet an Camerarius den 15. Nov. aus Torgau: J. C. istseit 2 Tagen beim Kf. „et quod coniieere ex signis in oculos ineurren-tibus possumus, inter eos rectissime et amantissime adhuc convenit;"am 17. Nov. aus Dresden: J. C. noch hier „hospes gratior quammulti vellent; qui tarnen quid aut cur velint hoc potius quam illud,ignorare penitus aut certe non aatis scire videntur... Exspectamus iammaiora omnia, nisi quidam impediant, quibus minor est animus quamut magna et praeclara capere possint. Nostri herois magnanimitas etconstantia exemplo aliis ad imitandum, aliis ad pudendum et igno-miniam, ut spero, erit. Nihil ille quidem neque timide neque temere."Am 24. November: J. C. wird morgen nach Haus reisen; „Hipparchus[der Kf.] erga hospitem benevolentiam et amorem ostendit nonmediocrem. Domestica omnia satis tranquilla sunt." In einemspäteren Brief (ebd. No. 156): „Dux Casimirus haud ingratus hospesDessam hinc discessit his diebus." Vgl. Beckmann III, 144. — Ein