408 1590 452—453.
26. Oktbr. 452. Jobann Casimir an Wolfgang von Mainz.Heidel-
bere - Auf W. Zettel im Sehr, vom 26. st. n. 1 In seinem Sehr, vom
5. hat er nicht von W., sondern in genere von der Haltung derGeistlichen auf dem Dep. Tag geschrieben. Führt W. nochmalsdie Gravamina der spanischen Bedrückung zu Gemüt, die einsteinern Herz erweichen sollten. Selbst wenn wir nicht einesHerkommens, einer Nation, Namen und Sprache wären, müssteman den Bedrängten beispringen. Nun wird aber die Hülfe, dieauf 2 Kreistagen zu Köln beschlossen und derentwegen der Dep.Tag ausgeschrieben worden ist, auf diesem Dep. Tag gegendie Beschlüsse verweigert und die Bedrängten gleichsam ver-spottet. Die Dinge haben ihn, „als einen ohne rühm zu meldengetreuen patrioten", der nach dem Exempel der Vorfahren die R.Konstitutionen und jeden Stand ohne Unterschied der Religion beiBilligkeit und Recht zu handhaben jederzeit gemeint, bewogen anW. zu schreiben, „was das werk bei ihme selbst reden tuet". HabenW. Räte auf dem Dep. Tag anders geredet als sie beauftragt waren,wie er gern glauben will, so wird W. sie dafür zur Verantwortungziehen und es künftig dahin richten, dass betreffs der R. Kon-stitutionen in Sachen der Rettung eines jedeu Standes mehr Zu-sammensetzung gespürt werde. ....
Mb. 414J77 f. 171. Cono.
2. Novbr. 453. Johann Casimir an Christian von Sachsen.
Auf Chr. Sehr, vom 29. Okt. aus Weidenhain. Chr. soll demKf. von Brandenburg von J. C. wegen eins bringen und herumgehen lassen und seinetwegen nicht die gute Gesellschaft zu Berlinfrüher verlassen, da sie beide doch die Martinsgans versäumt. „Ichwill die zeit hinzwischen wol verdreiben." Will, da es ihm mitBraunschweig hinderlich geht, erst am 6. nach Salza kommen.Chr. könnte unvermerkt erkunden, was Braunschweig, der ihnnicht zu sich lassen und zu Brandenburg will, „für dauben" imKopf hat. a
Dr. 8539. Eigh.
1 In diesem P. S. (pr. 22. Okt.) äusserte W. seinen Schmerzdarüber, dass J. C. ihm Widerstand gegen die R. Satzungen und Ein-verständniss mit andern zu Gunsten der angestrebten spanischen Mo-narchie zumesse, und beteuerte seine vaterländische Gesinnung, wie sieauch bei Trier und Köln vorauszusetzen. Vgl. No. 434.
2 Pelen schreibt am 1. Nov. aus Gudensberg an Dohna: „Braun-schweig reist uns abermal bossen" und schlägt J. C. das mündlicheGespräch ab, da er von Brandenburg in die Mark eingeladen sei;seine Mutter und Schwester hatten ihn am Sonntag zu Münden er-wartet; statt dessen rief er sie plötzlich ab. — Kf. Christian war vonKf. Johann Georg zur Taufe einer Tochter eingeladen (Zündelin anCamerarius, Sitzenroda 27. Okt., Bm. Coli. Cam. XXII). J. C. schreibtam 10. Nov. aus Leipzig an seine Tochter Dorothea einen eigh. Brief,worin es heisst: „Mich [!] sampt auch meine geferten seind noch gottlob und dank gesund und frisch" (Zerbst).