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werk, beschloss aber die kais. Kommissare um Abmahnung derObersten zu ersuchen; die Kommissare, die bereits den Kaiser umSchickung an dem Gubernator der Niederlande ersucht und auchdieser trierischen Klagen berichtet hatten, versprachen zu schreiben.Die Geistlichen wollen jedenfalls vor der wirklichen Hülfe diegütliche Pazifikation an Hand nehmen.
Mb. 414|77 £ 718. Or. (pr. 26. Sept.)
27. 423. Die Räte zu Prankfurt an Johann Casimir.
Septbr.
Frankfurt Vorgestern schritt man zur Beratung des Hauptwerks. 1 DieGeistlichen sprachen sich unbedingt für den kais. Vorschlag aus.Pfalz : Suchten vergebens die bisherige Erfolglosigkeit aller fried-lichen Beilegungsversuche auszuführen, wobei Sachsen und Branden-burg durchaus ihrer Meinung waren und „in ihren votis sich garwol gehalten.'" Die Trierischen regten an, zur Sicherung der Be-
Lüttich, Wied, Bentheim, Steinfurt, Tecklenburg, Stadt Köln undDortmund verlesen, ebenso eine Werbung des niedersächsischen Ge-sandten. Die Verhandlungen im Kff. Rat, wo Pfalz zuerst die Aus-schliessung des Burgundischen beantragte und Sachsen die Frucht-losigkeit der kais. Friedensbestrebungen und die Unbilligkeit ParmaBhervorhob, und mit dem Fürstenrat am 22. 23. und 24. Sept. führtenzu dem oben berichteten Ergebniss (Pfalz. Prot. Mb. a. a. 0. f.337—424).
1 Am 25. September stellte im Kff. Bat Mainz zur Beratung:1) den kais. Vorschlag der Pazifikation, 2) einen Vorschlag der kais.Kommissare wegen der spanischen Belästigung Triers, 3) eine (mitder klevisch-bergischen übereinstimmende) Supplikation der jülichischenLandstände (Pfalz. Prot).
2 Pfalz: betonte bei der 2. Umfrage, man sei hier, von der Hülfefür die Bedrängten zu handeln und nicht von Pazifikation ; das ver-derbliche und verkleinerliche Stillsitzen seit 24 Jahren; J. C. kennedie Beschwerden eines Kriegs, aber ohne die Möglichkeit das K. ineinen Krieg zu verwickeln lasse sich keine Hülfe bewerkstelligen; diePazifikation, gegen deren Aufnahme frühere Erfahrungen, auch die eng-lisch-spanischen Verhandlungen vor der Armada (No. 109; 138) sprechen,würde doch nur Spanien zu Gute komen; die Spanier hätten schon1521 über Ungehorsam der Niederländer geklagt, aber diesen gegen-über unter dem Prätext der Religion die pacta nicht beobachtet undgegen den Vertrag von 1548 die Inquisition zur Ausrottung der Vor-nehmsten eingeführt. Gegenüber dem Hinweis auf Macht und Stellungdes Gegners bemerkt Pfalz: „Schanzen seien so stark als sie wollen,hab man teutsche hilf dagegen; da man selbige mit manlichen teutschenherzen will gebrauchen, werde man stark genug sein, sonderlich wanman noch einen kreis als den obersechsischen darzu zöge". Sachsen:betonen die Unmöglichkeit eines Friedens zwischen Spanien und denNiederländern ohne liberum exercitium religionis, dies sei aber nachder ausdrücklichen Erklärung des Königs gegen Evzh. Karl ausge-schlossen (vgl. Ritter im Arch. f. sächs. üesch. N. F. V, 339 ff.).Brandenburg: Auch gegen die Pazifikation. h Wann man aber er-warten will, bis das reich in gedanken stark genug würd, seis andeme, das der gegenteil mit seiner macht einen stand nach demandern fressen werde. Da man aber sach mit ernst angreift, sei zuhoffen, werde sich gegenteil änderst zu verfahren auch schicken". (Prot.)