421-422. 1590 385
121» Johann Casimir an die Gesandten zu Frankfurt. 1 23 -
Septbr.Auf ihr Sehr, vom 18. über die kais. Proposition. Der Kaiser Kaisers-und die Päpstischen wollen die nötige Expedition solang hinaus- lauternschieben, bis man weiss, welcher Partei in Frankreich der Siegzufällt. Ist mit Sachsen und Brandenburg darüber einig auf sofor-tige wirkliche Hülfe für die bedrängten Kreise zu dringen. Spanienwill wie bei den vorigen Verhandlungen im Ernst keinen Frieden,sondern unter diesem Schein weiter rüsten und operiren. Alsseinerzeit bei der Handlung zu Köln der König selbst in Sachender Religion etwas nachgeben wollte, verhinderten es die Unter-händler. 2 Jülich u. a. Ständen des westfälischen Kreises ist mitder Traktation nicht gedient. Eine Ueberstimmung der Evange-lischen im Fürstenrat sollen sie für ungültig erklären unddie Päpstischen fragen, ob sie sich noch an die R. Konstitutionengebunden erachten und mit den Evangelischen das Vaterland rettenhelfen wollen oder nicht. Sind die Päpstischen nicht zur Hülfe-leistung zu bringen, so sollen sie mit den Evangelischen vertrau-lich die Vereinbarung einer Hülfe „unterm schein, als wann fürFrankreich geworben würde" erwägen und wenn man damit fertig,den Päpstischen Mitteilung machen und sie zur Uebernahme ihresTeils an den Kriegskosten auffordern. . . (Zettel:) Cop. der Pro-position erhalten ; schickt ein Bedenken Pf. Johanns über dieselbe. 8
Mb. 414|77 f. 460 ff.
422. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir, _ 24.
' Septbr.Nach der Proposition beschäftigte man sich bis heute mit den Frankfurtbeiden Fragen, ob der Gesandte des burgundischen Kreises zurBeratschlagung zugelassen werden und ob man, ohne die Relationder zu den Staaten und Parma abgefertigten Gesandten zu erwarten,zur Deliberation des Hauptwerks schreiten und von der wirk-lichen Hülfe reden solle. Ad 1) wollte der Fürstenrat den Bur-gundischen bei der Verhandlung über gütliche Beilegung zulassen;der Kff. Rat blieb dabei ihn ganz auszuschliessen. Der Gesandtefügte-sich unter Protest gegen ein etwaiges Präjudiz und begehrtenur (natürlich umsonst), bei Klagen gegen seinen Herrn gehört zuwerden. Ad 2) stimmten die Geistlichen im Kff. Rat für Ab-warten, die Weltlichen dagegen. Der Fürstenrat, dem man diesreferirte, entschied zu Gunsten der Weltlichen. 4 Die Trierischenbeschwerten sich über Einlagerung Schwarzenburgs und Gonzagas
im Gebiet ihres Herrn; man hielt dafür, es gehöre zum Haupt-———-----
1 Vgl.über den Frankf.Dep.Tag Arch f. säch s. Gesch. VII, 301 ff;Pieler, Fürstenberg S. 134 ff; Gropp I, 344; Ritter, D. G..II, 52 f.
2 Vgl. Ritter I, 546: Hansen, Nunt. Ber. III. 2, LXI ff. 307;324; 334 f; 346.
3 Dieses Bedenken (Mb. ebd. 365 ff.) beginnt mit der Erklärung:Die kais. Proposition „lautet und schleusset fast dahin, als wennSpanien sich selbsten justificirte und noch bravirte".
4 Nachdem der Kff. Rat am 21. Sept. ein Ansuchen des Fürsten-rats um gemeinsame Beratschlagung abgelehnt hatte, wurden vorgesammtem Kff. und Fürstenrat die klevisch-bergischen Gesandten,sowie ein Bentheimischor gehört und die Supplikationen von Münster,
B cz ol(1 . Briete des Pfal/grafen Johann Casimir. III. 25