411-412. 1590 379
411, Johann Casimir an die neuburgischen Räte 9-Septbr.
Schreckenstein und Zorer. Heidel-
berg
Erklärt sich gegen eine Verpfändung Pfalzburgs an Würtem-berg durch Lothringen, was ein Präjudiz für die Agnaten, be-sonders für Neuburg und dessen Brüder schaffen würde. Man soll,wie früher bedacht, mit der actio revocatoria gegen Lothringen incamera prozediren. 1
Mb. 327|27. Or. (pr. Speier 10. Sept.)
412. Landgraf Wilhelm an Markgraf Georg Friedrich. 10 - Se P t -(Aufgefangene Sehr. Philipps IL Absichten auf Jülich. Verurteilt jeden Zapfen-landesherrlichen Gewissenszwang.) bürg
Teilt vertraulich Copp. zweier interzipirter Sehr, des K. vonSpanien an seinen Gesandten am Kaiserhof mit [beil. in lat. Ueber-setzung eines s. d., das andere vom 26. Mai] 2 ; die Spanier habendemnach wirklich ein Auge auf Jülich. Der Passus, dass etlicheKif. und Fürsten, worunter auch er, erklärt hätten, „als das dieUntertanen ihrer herrn glauben zu folgen schuldig sein solten, 3beruht soviel ihn betrifft auf Unwahrheit, „dann wir von jugentauf allezeit solche proposition als tirannisch und dem claren wortgottes gar zuwider gehalten. Dann gottes wort spricht: Was icheuch sage, das solt ihr hören und dem solt ihr folgen, dan ich binder herr; item, man sei gott mehr zu gehorchen schuldig als demmenschen; und schilt hesslich uf diejenigen, so mehr uf menschenals uf gott sehen, wie davon fast unzehlbare Spruche der heiligenschrift gefunden werden. Darumb haben wir ein solchs, es gescheheauch von wem es wolle, nie können oder wollen gut heissen, sondern
1 Vgl. No. 292. Das Sehr. J. C. ist die Antwort auf eine am 1.Sept. in Heidelberg angebrachte Werbung der beiden Eäte (HansKaspar Koth von Schreckenstein und D. Tobias Zorer), die vorheram 30. August in Stuttgart mit Herzog Ludwig über die kais. Kommis-sion in Sachen Würtemberg gegen Lothringen (vgl. Tuetey I, 210)und auch über Pfalzburg verhandelt und nachher sich nach Speier zuder dort angesetzten vergeblichen Tagung jener Kommission begebenhatten (die beiden Käte an Pf. Philipp Ludwig, Speier 12. Sept. Mb. Or.).
2 Vgl. über die drei in Prankreich aufgefangenen Sehr. Philipps II.an seinen Gesandten in Prag, eines vom 16., eines vom 26. Mai, einesohne Datum (alle drei mit dem Datum vom 26. Mai in franz. TJeber-setznng bei Kymer VII, 34 f.) No. 382; Gott. Gel. Anz. 1900S. 553 A. 1. Dr. 9305, I. neben dem Or. des Sehr, vom 26. Maif. 389 eine (lückenhafte und freie) lat. Uebersetzung. Kf. Christianerhielt das Or. durch die französischen Gesandten zu Frankfurt (Chr.an J. C, Dresden 21. Sept.; das andere betr. Holland und Seelandhabe Heinrich IV. an die Staaten geschickt, Dr. 8543, Ctmc). DieGeneralstaaten schickten Copp. der 3 Sehr, in französischer Ueber-setzung, mit Datum 16. Mai, am 1. Jan. 1591 an J. C. (Ma. 545/8 f.107 ff; 113 ff.).
3 Rymer VII, 34.: „surtout vous donnerez ordre que, si on vientä la conclusion, vous obteniez que, comme les princes h6rötiquesmaintiennent que les subjeetz doibvent estre de la religion de leursseigneurs, cela soit inviolablement garde en mon endroit, veu mesmesla grande differenee qu'il y a ä se bander pour maintenir et conserverla foy et religion catholique dont je fay profession, et ä deffendre leserreurs que les heretiques suyvent."