376 1590 408.
4.Septbr. 408. Joachim Friedrich von Magdeburg an
Potsdam Christian von Sachsen.
Auf dem niedersächsischen Kreistag soll offen und geheim vonder französischen Hülfe gehandelt werden. Alle die von J. C. an-geführten Argumente und Motive vernünftig und am Tage; Geneigt-heit der vornehmsten Evangelischen. Für einen Konvent der Räte.Sachsen soll die Sache bei Brandenburg, Pommern und den Ernestinernbetreiben, er bei seinem Vater und M. Georg Friedrich, derWürtemberg gewinnen kann, und auf dem Kreistag, Pfalz beiErnst von Baden und Mümpelgard, Strassburg bei den andernvornehmen R. Städten und bei den ev. Schweizern, die vor 3Jahren 14000 M. schickten; Jülich auf R. Kosten zu schützen-Holland und und Seeland vertraulich zu einem Angriff auf Parmazu veranlassen. 1
Dr. 9305. I. f. 371. Or. (pr. Kolditz 8. Sept.).
1 Vgl. No. 389. Das S. 362 A. angeführte Sehr., nach seinerBezugnahme auf das obige Sehr. Magdeburgs jedenfalls nicht vordem Sept. 1590 verfasst, soll nach Anquez S. 35 A. 1 von Sancyherrühren. Der Schreiber berichtet zuerst von einer Unterredungzu Halle mit Meckbach, weswegen er nicht bis zum Administratornach Wolmerstedt zu gehen brauchte; er habe M-, der wie immervoll Hoffnung war, die Sehr, des Königs an den Administrator sowiedie Sehr, des Kf. von Brandenburg und Braunschweigs übergeben.[Joachim Friedrich war am 4. Sept. in Potsdam, am 17. und am 26. inWolmerstedt]. „Depuis j'ay veu m r Peucer et le prince d'Anhalt,quelque peu indispose" [vgl. Sancy an Bongars, 14. Juli, Anquez S.30;Beckmann III, 142]. Nach Mitteilungen über den AuftragPallavieino'sden König zur Sendung einer Person „a latere- 1 , La Noue, Chastillon oderDuplessis, zu bestimmen und über die No. 389 gegebene Korrespondenzsowie über Sachsens strenges Verbot aller Werbungen für die Ligaund über die kais. Patente für letztere, von denen man dem Kaiserauf seine Abläugnung hin ein von ihm selbst unterzeichnetes Or.zugeschickt habe, meint der Schreiber, „que petit ä petit les affairess'aigrissent en ce pays, mais c'est bien petit ä petit"; man brauchtviel Holz, um diese Leute warm zu machen, und das Holz ist jetztsehr teuer! Die Zusammenkunft Sachsens mit dem Administratorhat ein Verbot des Lästems auf der Kanzel für die „prStraille"des letzteren zur Folge gehabt, doch will einer in Halle nichtaufhören. „Je crains qu'il me faudra courir pour trouverm r l'electeur qui est ä chasser" [Kf. Christian ist am 8. Sept. inKolditz, am 10. wieder in Dresden]. „Ce qui sera cause que je vousverray d'autant plus tard, ä mon grand regret. Je croy, mons r , queje ne vous rapporteray gueres davantage que ce que je vous escrisä present. Le D. Peucer trouve les procedures de vos cafars fortestranges et eslongnees de leur robes. Et ä cela, comme au dessainde vostre voisin il ne trouve meilleur remede que celuy que vousjugez ä aussyestre tres-asseur6, qui est que celuy que vous cognoissez,voye S. M'" 5 . 1 " Ich halte für den Schreiber dieses Briefes nicht Sancy,der am 2. Sept. aus Frankfurt schreibt, dass er mit de Fresnes am 4.bei J. C. sein soll (No. 407), sondern Bongars, der von Sancy noch imAugust zu M. Georg Friedrich geschickt worden war (S. 362 A.)undnach einer Aeusserung Peucers vom 24. Aug. nicht nur nach Dresden,sondern auch nach Prag hatte geben sollen, Beckmann a. a. O. Am 23.Sept. iat Bongars wieder in Frankfurt (H. Hagen, Catalogus codd.Bern.