Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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272
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272 1590 290291.

22.Januar 290. Johann Casimir an Christian von Sachsen.Heidel-

berg Sendet ein Sehr, der K. von England an Chr. 1 In dem Sehr.

an ihn selbst bittet die K., mit Sachsen und Brandenburg eineZusammenkunft aller evangelischon deutschen Fürsten noch vor derFrankfurter Fastenmesse ins Werk zu setzen und ihr ungesäumtüber Chr. u. a. Entschliessung zu berichteu, da sie die Ihrigen,zu dem Tag abzuordnen gedenke. Es handelt sich nicht allein umFrankreich, sondern auch um das R. und die ev. Religion; fürdas Zusammenhalten der Gegner vgl. die neulichen Vorgänge zuPrag in Sachen der Strassburger Kapitularen. Diesem Beispielunter Beiseitesetzung der ao. 83. und sonst erhobenen Bedenkenzu folgen; er hat der K. bis auf Erklärung Chr. und Brandenburgseine Vorantwort gegegen.

Dr. 7280. Engelend. Sachen. Or.

24.Januar 291. Johann Casimir an Christian von Sachsen.

He 1- (Strassburger Sache. Schlägt Zusammenkunft in Plauen am 18. Febr. vor.berg

Hat am 23. Chr. Antwort vom 14." auf sein Sehr, vom 6.erhalten, wonach Chr. Bedenken trägt wegen der strassburgischenKommission an Würtemberg zu schreiben, aber sich bereit erklärt,falls dieser u. a. E. Sachen halber vom Kaiser etwas an ihn ge-langte, unverweislich zu antworten, fernerdie von uns wohl-meinend furgeschlagene Zusammenkunft" zur Zeit noch nicht fürratsam hält, aber den Dingen nachdenken und bei Gelegenheitweiter mit ihm davon diskuriren will. Chr. könnte bei solchemNachdenken auch zu andern Gedanken bewegt werden. Die kais.Kommission würde sicher die Sequestration zur Folge haben, zumaldie von Strassburg u. a. durch den lothringischen Ausfall etwaskleinmütiger geworden sind. Daher ist die,;Kommission, die dieev. Kapitularen ihrer Possession entsetzen»würde, abzuwenden;vgl. beil. Sehr. Ansbachs an Würtemberg. Betreffs der Zusammen-kunft erinnert er sich an die früher mehrmals vorgelaufenenBedenken, die auch sein anderes jüngst an Chr. ausgefertigtes Sehr.

1 Vom 10. Dez. 1589 (Dr. ebd. Or.); gl. Datums au L. Wilhelm(Marb. Or.), an Johann Georg von Anhalt und Christian von Anhalt(Beckmann II, 214; 298). J. C. erhielt am 21. Jan. ein ganzesPacket solcher Sehr, an deutsche Fürsten zugestellt (ausser den obigenauch an Kurbrandenburg, Magdeburg und BrauDsenweig, J. C. anL. Wilhelm 22. Jan. Marb. Or.). Pauli erwähnt in seinem Sehr, vom4. Febr. (S. 271 A. 1.) das Sehr, der Königin,cui hodie S. Gels, nominerespondi. Sed literis non conficiuntur, quae ipsa fieri cuperet." L. W.antwortet J. C. am 6. Februar ablehnend, zumal der Tod der bejahrtenKönigin fast täglich zu erwarten sei; nur für den Fall dass die Spaniersich wirklich der jülichischen Lande bemächtigen würden, empfiehlt erZusammenkunft und Beschwerde beim Keiser, aber kein Bündniss(Marb. Frkr. 1590, II, Conc).

2 Ein Auszug Str. A. A. 771; das Dr.'Or. angeführt im Ar eh. f.sächs. Gesch. VII, 295. Ueber die irrigen Gerüchte betreffs derkais. Kommission vgl. Meister S. 355 f.