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V) Ob die Gefahr mehr zu bedenken als der Nutzen? Einen22.Januarneuen Anhang können die Kath. nirgends finden, denn l) ist imLandsbergischen Bund schon das Haus Oesterreich und das HausBurgund d. h. Spanien; 2) bläst der Papst mit den kath. Ständenin ein Hörn; 3) hat es bisher dem Papst und Spanien nicht angutem Willen, aber an Mut gefehlt die getrennten prot. Stände zuüberziehen; nach ihrer Vereinigung wird dies um so weniger ge-schehen; 4) stossen sich die Kath. an der Vereinigung, so zeigtsich nur ihr böser Wille, weshalb man nach der gemeinen Regelbei allen Potentaten mehr auf die Macht als auf den Willen derNachbarn Rücksicht zu nehmen hat; 5) die prot. Stände sind vorGott und der Welt schuldig alle ehrbaren Mittel zum Schutz vonGottes Wort und ihren Landen gegen den Papst und seinen An-hang zu ergreifen.
„1) Durchleuchtigster hochstgeborner churfurst, genedigsterher! Des genedigsten vertraueten und gar fleissigen und richtigzusammen gezogenen extract habe ich überlesen, dienet aber zudem bewusten Vorschlag weiter nicht, als das aus den darinnenangedeuten actis zu ersehen, wie es nicht wider der churfurstenpflicht ist, sich in ein defensifverbundnuss einzulassen;" 2) das An-bringen des Bundes muss vornehmlich auf die Gefahr von Seitender Ligue und auf die Haltung der ihr angehörenden kath. R. Stände(s-u.)fundirtsein; 3) darauf gedacht werdeu bei den Kath. kein billigesMisstrauen zu erwecken; 4) vgl. oben IV. 3, unter ausdrück-licher Ausnahme der Erbverbrüderungen unter geistlichen und welt-lichen Kff. und Fürsten, auch Erbeinigungen und andern heilsamenR.Abschiede; 5) die Notel des Bunds der Hauptverschreibung desLandsbergischen Bunds gleichmässig zu machen; 6) der Kf. möge fürdie Besprechung mit dem Kf. von Brandenburg eine Abschrift desLandsbergischen Bunds sowie Memorial und Notel, die Baiern demVater des Kf. nebst Diskurs über Erweiterung des Bundes zuPrag übergeben hat, mitnehmen; hievon gibt „der vertrauete extract"Andeutung; 8) man muss sich genau über Kontribution und Kriegs-wesen des Landsbergischen Bundes unterrichten; 9) durch wender Vorschlag an die vornehmsten prot. Fürsten aus allen Häuserngebracht werden soll, will er dem Kf. mündlich berichten. Die inseinem Sehr, angeführten brieflichen Akten sollen nach Berlin ge-bracht werden, die Sache desto besser und gründlicher abzuhandeln. 1 ..
„Datum Han, den 22. januarii 1590".
Dr. 7277. Eigh.
1 Vgl. Br. J. C. I, 66; No. 29; W. Goetz, Briefe und Akten V(München 1898), No. 522 ff; 572. — Kf. Christian reiste in der Tatgegen Ende Januar zum Kf. von Brandenburg; am 4. Febr. schreibtPauli aus Dresden an Joachim Camerarius: „Si, quod sperämus, ill uaclector cras vel perendie ex Marchia, in quam maxima celeritate anteoctiduum profectus est, fuerit reversus" (Bm. Coli. Cam. XXIV, Or.).Der Kf. brach am 3. Febr. von Berlin auf; in Zossen hatte er einelange Unterredung mit dem ihn begleitenden Grafen Rochus von Linarüber Schomberg, wobei der Graf Seh. Erfahrung und Fähigkeit rühmte;in seinem Tagebuch fügt er den Wunsch bei, Seh. möge sich in Sachender Religion bessern und bekehren (Ledebur, Archiv für die Gesch.Kunde des preuss. Staates XVI, 205). Eine frühere Mitteilung Linarsüber Seh. an Kf. Augnst (1575) bei Kluckhohn II, 851.