274-275. 1589 257
groser geheim. Doch wurde geschrieben, der Polacke hette vonseinem anmaner ein schreiben bekommen: warumb er so lange ver-zöge und seinen herrn (gleich wie er hette zugesagt) nicht umbdas leben brechte? Es were auch noch ein zwark eingezogenworden, welcher umb diese Sachen auch mit Wissenschaft gehatt.Insonderheit solle er etzliche praeparirte venena und vorgiftetefurlegmesser bei sich gehabt haben. Dieses ist ungefehrlich derberieht gewesen. Nun sind wol meine gedanken, das (wie dieweit itzo bös und untreu) dem Polacken eine bestalte sache vonseinen wiederwertigen wiederfaren können. Weil aber der zwarkauch sonderlich mit eingezogen worden, ist vormutlich, die Sachenmüssen aller ding nicht richtig sein. Solchs hab E. Gn. ich dienst-lichen vermelden sollen."
Dr. 8540. Anhalt. Sehr, an Ch. Christ, zu Sachsen 1082—91. Eigh.
274. Schomberg an Christ ian von Sachsen. 9. Dezbr.
Jüden-
.... Lothringens Drohung wohl durch den B. von Strassburg g
und Erzh. Ferdinand veranlasst. Hat den Grossherzog ersucht,L. zu raten, wer ihm nichts tue, dem solle er auch nichts tun,besonders dem deutschen Kriegsvolk „zu verhutunge eines bösennachwinters." .... Der Kaiser sprach nochmals mit dem kgl.Agenten x über die französischen Sachen, aber ohne jemals den Königzu nennen, auf dessen Sehr, noch keine Antwort erfolgt ist.....
Dr. 7281. Eigh.
275- Hermann von Manderscheid an Pfalzgraf 11.
Reichard. 21.
Dezember
.... Der von Buy soll sein Volk selbst aufbringen und nach Blanken-der Sammlung sich bei einem oder dem anderen Herren in Frank- heimreich in Dienst geben wollen. Gibt sich für navarrisch aus undführt den Titel eines bestallten Obersten des K. von Frankreich;sagt dazu, er habe Pasporten von Parma, dem Gubernator vonLuxemburg und dessen Sohn Graf Karl. 2
Mb. 96|9 f. 291. Or.
1 Ancel. Es handelt sich um ein bereits im Sept. 1589 an denKaiser gerichtetes Gesuch Heinrich IV. ihm Werbungen im R. zu ge-statten. Hierüber sowie über die damit zusammenhängende Frage, ober Heinrich von Navarra den Titel eines K. von Frankreich zugestehensolle, forderte der Kaiser Gutachten von den Erzherzogen und einigenKff. Sachsen (vgl. Arch. f. Sachs. Gesch. VII, 291 ff.) und Branden-burg sprachen sich zu Gunsten Heinrichs IV. aus, Erzh. Ferdinand, Erzh.Karl und Mainz gegen eine sofortige Anerkennung des neuen Königs,Matthias gegen die Werbungen, aber für Einräumung des Titels eines„Erwählten" (Wh., Gallica, Copp.; vgl. Hirn II, 232.). Ausführlichund öfter berichten hierüber der Nuntius und der venezianische Ge-sandte am Kaiserhof; vgl. No. 256.
2 Am 10./20. Jan. berichtet Manderscheid, Buy (der inzwischen ab-gezogen war) sei Ende Dezember im Trierischen zu Manderfeld unddaselbst ein Gesandter des Pf. Georg Hans bei ihm gewesen.
Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. HI. 17