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28. Novbr.wohinaus wenden solte, und damit er also aus der gefahr pleibenDarmstadtmochte, wolle er selbst mit ihme zihen und ibme forthelfen; daraufer aber geantwortet haben sole, er konte von Heidelberg nichthinweg komen. Als er nun wider gen Heidelberg komen unddoselbst uf einer hochzeit gewesen, sei er von dem marschalk user-fordert worden. Hab er so balt über tisch seine ring und anders,was er bei sich gehabt, herfurgelegt und offenlich gesagt, wer nunvon denselben etwas haben wolte, solte es zu sich nemen; dan erwisse wol, das es anders mit ihme werden wurde. Darauf erauch volgents handfest gemacht, uf eine karch geschmitet undnaher Manheim gefurt worden seie." Ist seitdem ferner berichtetworden, „das sie die herzogin ihr Verantwortung zu hören, undsonderlich das herzog Casimir selbsten sie boren wolte, bittensolle. Derhalben sihet uns die sach sehr verdechtig an, sonderlichweil der Polack sich zuvor der rede, das nemblich er in den todgehe, wan er gen Heidelberg zihe, verneinen lassen, desgleichendas sie allein den herzogen sie zu hören bittet. Dan E. L. nochwol ingedenk sein werden, wie es hiebevor herzog Erichs zuBraunschweig gemahlin gangen; darumb wir uns in disem fallauch allerlei gedanken machen." Bittet um strenge Geheimhaltungsowie um Vernichtung dieses Briefs. 1
Darmst. R. Relig. Sachen Conv. 16. Cono.
1 Am 2. Dez. verspricht L. Ludwig Geheimhaltung und bemerkt, er habeallerhand Gedanken, „das es darmit nicht recht zugehe und man etwa daherallein zu andern dingen ursach suche"; es werde gewiss allerseits grosseWeitläufigkeit und Verbitterung hervorrufen (Darmst. Or.). Ueber J. C. Wei-gerung seine Gemahlin selbst anzuhören vgl. La Hu g. III, 329; ebd. 328 f.;331 über die Anwesenheit des Herzogs Johann Friedrich von Sachsen-Koburg, der sich dem französischen Zug anschliessen wollte, aber wiederumkehrte, in der Pfalz; er war am 11. Nov. in Speier angekommen undvon da nach Germersheim gereist (Pancratius 13. Nov. s. o.). Dass J. C.mit seinem sächsischen Neffen in Frankental zusammen sei und inGermersheim erwartet werde, berichtet Pancratius am 4. Dez.; er fügtbei: „jungsverschienen sontags [30. Nov.] hat man wieder angefangen,für gedachts herzogen J. C. gemahl expresse und öffentlich auf dercanzel zu bitten, welches zuvor in etlichen predigten unterlassen undeingestelt worden: doch wird die heerbauken noch nit, wie sonsten zuHeidelberg breuchlicb, gebrauchet etc. Gott helf der Unschuld undwehre dem übel." In demselben Sehr, erwähnt er die Krankheit desJungherzogs von Jülich, nicht „citra suspicionem propinati et assumtiveneni." Kurz vorher verbreitete sich in Strassburg das Gerücht, einOberstleutnant Jakobs von Baden sei wegen Mordversuchs gegenNavarra gevierteilt worden (M. Jakob an den Strassburger Rat 14. Nov.Str. 838). Ueber das Schicksal der beiden Gefangenen zu Mannheimvgl. Münch. Abhandl. XIV. 3, 16 f.; die dort angeführte Zeitungaus Strassburg, 7. Febr. st. ant. 1590, beiliegend einem Sehr, des AgentenStöckhl an Baiern aus Innsbruck vom 7./17. März (Ma. 231[13) berichtet,J. C. sei in nicht geringer Beschwerniss über den Handel seiner Ge-mahlin mit einem Polacken, „welcher mit vil medicamenta undanderem, als er vor diesem gestudiert, bei mir ge-wesen; der solle zu 7 in 8 malen mit ir zu tuen gehabt haben undjedesmal zue 100 cronen von ir verehrt worden;" der Polacke, zuMannheim in sehr harte Haft verordnet, sei „unlangs" derselbigen ledig,aber in der Pfalz wieder ergriffen und auf Befehl J. C. zur Verhütung