Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
251
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268269. 1589 251

die benachbarten Evangelischen müssen die Musterung und den Zugmöglichst fördern und sich zur Hülfe für den Fall der Not gefasstmachen. Will sich hierin seinem vorigen Erbieten gemäss ver-halten.

[Nachschrift.] Die Nachricht von dem starken Einfall des Loth-ringers mit seinem Sohn in den Elsass erklärt er sich so, dass derHerzog sowohl das für den König bestimmte Kriegsvolk zersprengenals das Stift Strassburg für seinen Sohn einnehmen und den deutschenVerbündeten des Königs eins dreinschlagen will. Will Alles da-gegen tun; zunächst sollen sie bei Sancy die Musterung und Auf-stellung an einem zur Verteidigung geeigneten Platz betreiben.Erbietet sich Kriegsräte zu schicken und etliche 1000 Mann andie elsässische Grenze zu legen. Die Eidgenossen um Hülfe zuersuchen und das Geld nicht anzusehen. Sancy soll mons r Tintevillund Marschal d'Aumont zu einem kräftigen Angriff auf Lothringen,unterstützt durch Metz und Marsal, ermahnen. 1 Benachrichtigt so-fort andere ev. Fürsten sowie den Kreisobersten und die Aus-schreibenden.

(Strassb. A. A. 83C. Or. (gel. bei den 21:29. Nov.)

269. LaudgrafGeorgan Landgraf Ludwig. 28.

Novbr.(Ein Bericht über die Heidelberger Familienkatastrophe.) Darmstadt

Teilt auf L. Bitte mit, einer seiner Diener, der kurz nach derVerhaftung des Polen und der anderen Person zu Heidelberg war,habe ihm bei seiner Rückkehr berichtet,das doselbst die mur-melung gangen, wie das gedachter Polack von deswegen, dieweiler im verdacht seie, als sole er mit herzog Johan Casimiri gemahlinin unpfiiehten zu tun gehabt, ingezogen und nachdem volgcnts dasseinig durchsucht worden, etzliche brieflein, so in ihrer der berzoginnamen an inen geschrieben, funden sein sollen, welche die person,mit ihme ingezogen, soll geschrieben haben." Die Herzogin sollnoch in einem besondern gemach und niemand als ein burgerinaus der Stadt bei ihr sein" und J. G. dies alles an Kursachsenhaben gelangen lassen, mit Begebren,das S. L. jemands doselbst-hin naher Heidelberg abfertigen und also der sachen gründlichenbericht innehmen und iuquirirn lassen wole; seid dero zeit abersolle nichts weiteres vorgenomen sein."* Sein Diener habe ausser-dem vertraulich erfaren,das der Polack kurz vor seiner Ver-haftung zu Durlach uf einer hochzeit gewesen seie und sich do-selbsten solte haben vernehmen lassen, wan er sich wider genHeidelberg begeb, so zihe er in den tod etc. Darbei .dan einer,mit dem er sich wol vor mehr gewesen, welcher ihme geraten, die-weil es die gelegenheit mit ihme hab, das er derhalben sich anders-

* Im Conc. durchgestrichen:Und obwol gesagt werde, das diebeden verhafte personen, der Polack und Schreiber, hingericht seien, sosoll doch nichts daran und allein zu dem ende gesagt werden, damitalso das geschrei nicht zu gross werden mochte."

1 Vgl. hiezu Thuanus XCVI1I. 3; La Hug. III, 319; 321; 331.