263-264. 1589 247
über dem Prädikanten nnd seiner Lehre halten und keine Aender-ung verstatten. Die Antwort des Kats war durchaus ablehnend.Graf Wilhelm von Wied äusserte, den Grafen Philipp habe sehr ver-drossen, dass ihn Pfalz etwas imperiose nach Hanau erfordert undGraf Johann ihn schmählich angegriffen habe; letzterer habe PeterScher vorgeworfen, es wäre noch nie etwas Gutes von Würtemberggekommen. Wied glaubt nicht au tätliches Vornehmen seinesScbwähers, wohl aber an Schritte beim K. G., an das eine neueSupplikation der Hanauischen Untertertanen gerichtet ist. „Ichhalt wohl darfur, Menz soll im graf Philipsen die pölz in camerafidern". . . Hat seinen Nachfolger Winnenberg instruirt. . .
Mb. 96/7 f. 260 f. eigh.
264. Schomberg 1 an Christian von Sachsen. Novbr
(Zwei Diskurse für den Papst Seine angeblichen Praktiken in Florenz.KleinhofGeht nach Heidelberg.)
Schickt die bewussten zwei Discours , so konzipirt, als wennein Rat des Grossherzogs diesem sein Bedenken zustellen würde.Der Kf. möge bedenken, dass der Ratschlag, der den Papst abhaltensoll sich durch Spanien in diese Händel stecken zu lassen, voneinem katholischen Fürsten, der vor wenig Tagen noch Kardinalwar, an den Papst geschickt wird, und wird die gute Gesinnung
der Grafen von Nassau und Hanau-Lichtenberg; Kurpfalz hatte auf Ver-anlassung Nassaus die Obervormundschaft übernommen und den jungenGraf Philipp Ludwig II, der erst im J. 1596 znr Regierung gelangte,liess sich für das reformirte Bekenntniss gewinnen (HanauischesMagazin IV, 1781, S. 341 f; Ersch und Gruber II. 2, 1828, S. 58 ff.).Seine Schwester Maria, deren Vormünder Johann von Nassau, Ludwigvon Wittgenstein und die beiden Grafen von Hanau-Lichtenberg waren,der aber Pf. Reichard einen seiner Amtleute als Beistand zuordnete,lebte in Hanau für sich und erregte durch ihre kostspielige und wenigschickliche Haushaltung Anstoss; man warf ihr u. a. vor, sie habe eineHebamme ins Haus genommen und ausserdem die Schwägerin einesHenkers in Dienst (J. C. und Reichard an die Vormünder, 19. Juli 1589,nur von J. C. unterzeichnet und nicht präs.). Der Gegensatz der Be-kenntnisse spielte mit herein; die ref. Vormünder Nassau und Wittgen-stein erhielten im April 1589 ein Mandat des K. G. auf Herausgabe ihrerPupillen, der Grafen Philipp Ludwig und Albrecht, nach Hanau, währendJ. C, über Aeusserungen des Hanauer Predigers Sauter wegen deshäufigen Rel. Wechsels in der Pfalz ungehalten, im Sept. 1589 darandachte selbst nach Hanau zugehen. Er beschloss als „honorarius tutor"einzugreifen, als^Philipp der Jüngere von H. Lichtenberg seine BaseMaria gegen den Willen der Mitvormünder nach Bebenhausen brachteund den Peter Scher von Schwarzenberg zum Oberamtmann einsetzte.(Mb. a. a. 0.)
1 Seh. kam im Herbst aus Italien nach Deutschland, wo man ihnlängst erwartet hatte (No. 224); am 12. August wundert sich L. Wilhelmin einem Sehr, an J.C., dass man gar nichts von Seh. erfahre (Ma. 545/6. Or.);am 30. Aug. wendet sich Pf. Johann an Johann von Salm, dessen hiehergesandte Packete für Seh. er nach Sachsen weitergeschickt habe, umAuskunft darüber, wo Seh. eigentlich sei (ebd.). Am 18. Nov. berichtetDr. Weiss aus Eisleben Gebhard Truchsess, er habe Seh. vor 5 Wochen