260-261. 1589 241
260. Johann Casimir an den Kaiser. 1. Novbr
Auf die kais. Sehr, vom 3. August und 17. Oktober, betreffendseinen Prozess am K. G. mit Nürnberg. Hat denselben nach Batseines Vaters und Bruders angefangen. Bestreitet die Kompetenzdes böhmischen Landrechts in dieser Sache. 1
Ma. 515|4 f. 4C0. Cop.
261. Rucellai an Schomberg. ,—_—
11.
(Der päpstliche Legat. Stellung Toskanas zur Ligue, zu Lothringen, Novbr.Navarra und Kursachsen. Bemerkungen Schombergs über Navarra, (p\ oieDZ )Savoien, Spanien, Lothringen. Der Uebertritt Heinrichs IV.)
Fügt seinen Mitteilungen vom 20. Okt. über den päpstlichenLegaten 2 bei, dass dieser vom Papst Keinen anderen Auftrag hatals die Freilassung des Kardinals von Bourbon zu betreiben, demPapst über den Zustand Frankreichs zu berichten und namentlichden Kardinal von Vendöme dem K. von Navarrra abspenstig zumachen und im Notfall dem Kardinal von Bourbon zu substituiren.Vom K. von Spanien aber hat der Legat Befehl in Frankreich fürSavoien und gegen die Nachfolge Navarras zu wirken; der Legathat vergebens den Papst um Vollmacht ersucht alle AnhängerNavarras, besonders die Bourbons zu exkommuniziren; der Papstwill dem K. nicht hiedurch den Weg zum Uebertritt versperren.Die bewussten 100000 W sollen nur zur Erledigung Bourbons an-gegriffen, also der Ligue mehr gezeigt als geliefert werden. Ander angeblichen Zusage von 25 000 W monatlich für die Ligueist gar nichts, obwohl der Papst im Konsistorium sich entschlössenerklärt hat den Schatz im Kastell St. Ange anzugreifen, um Frank-reich nicht unter einen ketzerischen König kommen zu lassen.Spanien soll der Ligue 80 000 W. monatlich zugesagt haben. Diehierüber schreiben, glauben, er wolle seinem Schwiegersohn Savoiendie französische Krone verschaffen und für sich einige Grenzstädte,die sog. Schlüssel des Königreichs, erwerben, falls sich dies abernicht erreichen lässt, Frankreich durch den Zwiespalt schwächenund Savoien wenigstens ein gutes Stück davon zu Händen
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1 Es handelt sich um die von der Stadt Nürnberg im LandshuterErbfolgestreit eroberten vormals bairischen Ortschaften, die zum Teilböhmische Lehen und den Witteisbachern nur gegen Wiedereinlösungs-recht verpfändet waren. Im Jahre 1521 hatte der Eat bei den Pfälzerneinen förmlichen Verzicht auf ihre bis dahin aufrecht erhaltenen An-sprüche durchgesetzt. Am 1. März 1589 zedirte Pf. Reinhard seineAnsprüche in der Revokation der 1521 an Nürnberg veräusserten pfälz-ischen Besitzungen an J. C. und Pf. Friedrich (Ma. f. 456, Cop.).
8 Ueber die Sendung des Legaten Gaetani nach Frankreich imHerbst 1589 vgl. Hübner II, 248 ff; L'Epinois, La Ligue et lesPapes (Paris 1886) S. 351 ff; über den Schreiber des obigen Briefs, dentoskanischen Grosshofmeister, No. 236; S. 244.
Bezold. Briefe des Pfalzgrafcn Johann Casimir. III. 16