240 1589 258-259.
25. 258. Pfalzgräfin Elisabeth anChristian vonSachsenOktober .
Heidel- Bittet Chr. ihrem Gemahl zu schreiben, „das mein nerr mich
j, er ~ zu E. L. erlauben wolt; den es meinen herren recht verdreust,das E. L. im nichts darvon geschrieben hat. Ich sorge sunsten,ich krige kein erlaubnis". Ferner möge Chr. ihr inzwischen einoder zweimal durch seine Gemahlin schreiben lassen, „das ich janicht aussen bleiben solte, das mein herr sihet, das meines bruderswil recht ist. Es wird schwer zugehen, sol ich erlaubnis bekomenvon meinen herren. Ach, wie herzlich verlangt mich zu meinembruder! Der libe gott wol mir doch di freude gunen umb seinesüben sohns willen, Amen. Ach, herzer bruder, sehet, wie meinbruder machen mocht, das ich zu E. L. möge komen ! Hiemitbefehle ich E. L. nochmals dem üben gott und befehle mich inmeines üben bruders dreues bruderliches herz.Datem Heidelberg, den 25. Octobris anno 89.E. L. gedreue Schwester, weil ich das leben habe, Elisabeth".
Dr. 8539 (Pf. Joh. Cas. — Sehr. — 1678—91). f. 108. Eigh.
28. 259- Visconti an Montalto.
Oktober
•-------- Ankunft von Gesandten aller protestantischen Fürsten zu Gunsten
7. der Strassburger Apostaten, unter Führung des Vertreters von
Novbr. K ur pfalz. Gelegentlich der Audienz der katholischen Gesandten
Prag sieht man deutlich, „che non la vogliano pigliare con li prineipi
protestanti ne mostrano che il negotiv li prema nel modo che doveria."
Die kath. Gesandten haben ihn nicht, wie er erwartete, von allem
verständigt noch ihm die Art und Weise ihres Anbringens beim
Kaiser behufs entsprechenden Vorgehens von seiner Seite mitgeteilt.
Einige, wie die Trierer, kamen erst, als er sie zum Essen einlud.
Der Salzburger, bei dem er sich über die andern beschwerte, deutete
an, „che quelli, apresso de' quali resta la somma del negotio, ipar
che non gustino che li ministri di S. S ta s'intromettano nelle cose
dell' Imperio". . . Die Mainzischen sollen besondern Befehl haben.
weder von Aachen noch von sonst etwas ausser der Strassburger
Sache zu handeln. 1 Schickt die ihm zugekommene, bereits früher
erwähnte Schrift, die dem Kaiser übersandt worden ist, „accioche
veda meglio la malignitä et veleno delli heretici autori di essa". 2
Rom, Germania 112 S. 575. Or.
1 Ueber die Werbungen von Gesandten protestantischer und katho-lischer R. Stände beim Kaiser im Okt. und Nov. 1589 vgl. Ehses-Meister, N. B. I. 1, 366 ff; Meister, Kapitelstreit S. 338 ff; StieveIV, 47 f; Hirn II, 204 f.
2 Gemeint ist das pseudolothring. Pamphlet (vgl. No. 240), überdas V. schon am 14./24. Okt. berichtet hatte: „Li giorni a dietro fümandato all' Imperatore in un mazzo di lettere una scrittura" (u. s w.mit Inhaltsangabe); die Schrift habe zuerst dem Kaiser grosse Aufregungverursacht „et si e mandato da me secretamente et sotto altro pretestoper cavar, se di Borna io tenevo aviso aleuno di tal cosa. Ma si sonopoi ben presto chiariti che ciö non e stato altro che inventione d'alcunoheretico per seminar materia di discordie et dissensioni. Con tutto ciötengono la scrittura molto secreta per le false maledicenze et detrattioneche contiene della persona di S. M ta " (Eom a. a. 0. S. 564).