Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
239
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256-257. 1589 239

Frankfurt angelangt ihn verständigte, und habe G.bei einer Zusammen-kunft auf einem Jagdhaus sein Vorhaben nicht widerraten können,,sonder zu mehrer derselben [S. L.] Sicherheit unsern rat undlieben getreuen den herrn von Buttlitz zugeben"; 1 da G. durch dieäusserste Not u. a. erhebliche Ursachen (wie J. Fr. durch seinenBat Dr. Weiss gehört haben wird) veraplasst und Rat und Kapitelzu Strassburg mit seiner Residenz wohl zufrieden sind, gebührt esihm nicht, ,,da wir S. L. die noch uberigen prosamlin missgönnenund sie volgent genzlich ins elend Verstössen helfen wolten"; dasDekanat ist übrigens auch in G. Abwesenheit immer durch dessenStatthalter versehen worden, so dass G. jetzt persönlich nichtdeterioris conditionis sein soll. Glaubt nicht, dass der Kaiserwegen G. mehr zürnt,als das E. LL. und andere evangelischefursten iren son, brudern und verwandten der enden uf dem stifthaben, die J. Mt. ohne alleD zweifei mehr in die äugen stechenals bischof Gebhard", von dem der Kaiser und die Päpstischennichts Sonderliches zu fürchten haben. Die Zulassung einer Ver-stossung G. durch den Kaiser würde ein höchst gefährliches Prä-judiz für alle evangelischen Stände schaffen. Das Gerücht endlieh,seine Theologen und Kirchenräte hätten wieder eine Reformationvor, ist ganz unbegründet und keinerlei Bedürfniss für eine Neuerungvorhanden, wie er auch niemanden verfolgt und den Gegnern keinBeispiel zu ihrem unbefugten Beginnen geben will, vielmehr nurseinen obrigkeitlichen Pflichten nachkommt.

Str. AA. 772. f. 80 ff. Cop.

257. Landgraf Wilhelm von Hessen an Christina 23.

TT . . . Oktober

vonHolstein. _

Kassel

. . Falls die geplante Vermählung ihrer Tochter mit dem jungenE. von Polen keinen Fortgang hat, schlägt er ihr eine Heirat der-selben mit dem K. von Frankreich und Navarra vor, dermitkeinem besser als mit dem konig David zu vergleichen ist." z

Marb., Frkr. 1589. I. Cono.

1 Vgl. No. 234; Meister S. 328 f; Frangipani's Aeusserungenüber Gebhard Ehses I. 2, 377; 380. Diese schon vor der Schickungzu Tage tretenden Meinungsverschiedenheiten unter den Hauptbeteiligtenveranlassten J. C. am 18. Okt. dem Pf. Johann zu schreiben, man werdenwohl am Kaiserhof diesmal wenig ausrichten, vielmehr die Beschwerdennur zunehmen,welches dann billich hoch zu betrauren und ein unfehl-bare anzeiguug des göttlichen zorns über unsere sunde und zukünftigerstraf ist" (Str. AA. 772, Cop.). Dohna vermerkt in seinem Kalenderzum 9. Oktober:gegen abent sich ein grosser wint erhoben, gott gebezu gutem", zum 18:hac nocte vil stralen am himel".

2 Vgl. über W.'s Schwester Christina von Holstein-Gottorp RommelV, 612 ff. Die Korrespondenz über das Heiratsprojekt setzte sich bisin den Febr, 1590 fort; W. sprach auch mit Sancy, der dazunit übelgelautet" und das Bild der Prinzessin begehrte.