Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
206
Einzelbild herunterladen
 

206 1589 219—221.

16. Juni 219., Syndiques und Rat zu Genf an Johann Casimir.Genf

Neue Bedrängniss durch Savoien, verstärkt durch spanische,päpstliche und französische Hülfe; bisher hat sie Gott beschirmt.Bitten um ein Darlehen und beglaubigen desshalb den s r Chevalier. 1

Genf. Arch. Cop. des lettroH 1589. Conc.

18. Juni 220. Johann Casimir an Karl von Lothringen.Heidel-berg Erhielt K. Sehr, am 16.; erfreut über K. guten Willen und

Freundschaft. Bat als guter Freund und Verwandter, „que vousne soyez par quelques embarque avec la Ligue", zum Schadenseines Landes. K., „qui avez l'honneur d'estre prince d'Empire",würde besser tun sich neutral zu halten und den Ausgang „de cestemiserable tragedie" abzuwarten als die Partie zu ergreifen, „delaquelle vous avez estes soubconnez cy-devant". Die Macht einesK. von Frankreich ist gross und „l'appuy sur les subjeets d'autruyet du commun peuple est trop foible pour en esperer quelque chosecertaine". Bittet K. diesen Freundschaftsdienst gut aufzunehmen.

Marb. Kurpfalz 1580—91. Cop.

19. Juni 221. Abschied des Tags zu Langensalza.Langen-salza Christian von Sachsen und Landgraf Wilhelm bewilligen dem

K. von Frankreich ein Darlehen von 100 000 fl. auf 3 Jahre, dieder Geheimhaltung wegen W. in seinem Namen vorstreckt, gegengewöhnliche Verpflichtung und folgende Bedingungen: 1) dass dieHülfe nur gegen die Rebellen, nicht gegen das R., 2) nicht gegenNavarra und die Evangelischen in Frankreich gebraucht, 3) dassLyon, Riom und Chälons dafür verpfändet werden und Navarra alsder nächste Successor sich unterschreibt, endlich 4) „das S. K. W.uns in unsern künftigen anligen widerumb beispringen und jegenuns in bestendigem guten vertrauen iderzeit verharren wollen, wiedan auch itzo alspalt eine notul solcher Obligation abgeredt undbeschlossen worden". Der Gesandte soll zunächst nur eine allge-meine Antwort, aber zugleich durch die hessischen Räte mündlichenBericht von obigen Bedingungen erhalten. In der Bestallung müssennicht nur Kaiser und Reich, sondern auch Navarra und die Evangelischenin Frankreich ausdrücklich ausgenommen und die Beobachtung der

1 Ebenso an L. Wilhelm, 17. Juni (Marb. Schweiz, Or.); ein Em-pfehlungsschr. von Beza für Chevalier an einen Geistlichen, Genf 18. Juni,Genf, Bibl. publ. 117 (Conc). J. C. bewilligte 6000 Pistoletkronen (andie 13 zu Strassburg, 4. Juli, Str. 1858, Or; an L. W. 21. Juli, mit derAngabe: 10000 fl.); L. W. lehnte das Darlehen ab (Kassel 4. Aug.Marb. Conc), unter Hinweis auf das üble Gerücht „de republ. Gene-vensi propter infoelicem illam de religione concertationem"; auchMagdeburg (an Genf 22. Aug.) und Heinrich Julius von Braunschweig(an J. C. 28. Aug.) lehnten ab (Ma. 545/6). J. C. schrieb zu Gunstender Genfer auch an K. Elisabeth (Reuber an Hotman, 4. Juli, Hotom,epp. S. 252 f.); vgl hiezu Scrinium antiquar. VIII, 694ff,