217—218. 1589 205
2) er kann den vornehmen Ständen nicht vorgreifen und würde sich,wenn diese nicht wollen, bei R. Undank verdienen; 3) R. ist sehralt „und nit geringer leihsunvermüglicheit", auch sein Land demFeuer sehr nahe gelegen; fürchtet, R. würde vor Ende des Zugs„darnieder liegen"; 4) J. C. weiss am Besten, wie wenig R. derreformirten Rel. gewogen und zuweilen mit den Pfaffen, besondersKöln, mehr Korrespondenz hält als gut ist; J. C., er u. a, könnendeshalb die Verantwortung nicht übernehmen.....
Ma. 545/5 f. 282. Bigli.
218. Johann Casimir an L. Wilhelm von Hessen. 14. Juni
Da er von Pf. Johann über W. und des AdministratorsGeneigtheit, dem K. von Frankreich gegen die Liga zu helfen, un-terrichtet und durch ein Schreiben Walsingham's über die Gesinnungder Königin von England in Bezug hierauf verständigt worden ist,teilt er W. den betr. Teil von Walsingham's Sehr, mit. 1 Obwohlder K. noch die Evangelischen für Ketzer erklärt, muss man docheinmal erwägen, dass ihn seine Untertanen „wider alle götliche,naturliche und beschriebne rechten von seinem anererbten konig-reich" Verstössen wollen, dann, dass vielleicht Gott durch den K.von Frankreich wider dessen Willen dem K. von Navarra den Wegzur französischen Krone bereiten will. Sieg oder Untergang desPapsttums oder der Evangelischen hängt am Ausgang dieser Sache.Daher sollte man diese herrliche Occasion, sich ein für allemalvor dem Antichrist zu versichern, nicht aus der Hand lassen. Er-bietet sich zur Teilnahme an einem gemeinen Werk, während erohne Zutun anderer aus allerhand bewegenden Ursachen sich nichteinzulassen gedenkt. 2
Marb. Pfalz 1580—91, Or.
den Beschlüssen zu Langensalza habe er noch keine Kunde. Tat-sächlich hatte J. C. den obigen Bedenken J. vollkommen zugestimmt(an J. 16. Juni) und lehnte am 21. Juli eine Zusammenkunft mit R.ab, der (17. Juli) vergebens darauf gedrungen hatte, da man Schomberg,der bereits in Sachsen und zu J. C. unterwegs sein solle, zuvorkommenmüsse. R. vermutet schon in seinem Sehr, an 'J. C. vom 21. Juli,„das meine bewuste sache wirt in den bronnen gefallen sein".
1 Vgl. No. 205.
2 M. m. an Magdeburg. Joachim Friedrich schrieb an J. C. ausHalle am 4. Juni u. a., der Papst solle sich um Aussöhnung Heinrichs III.mit den Guisen und Ligisten bemühen und dabei von etlichen inDeutschland unterstützt werden (Ma. 545/5, Or.). J. C. antwortete am25. Juni, er habe davon nichts gehört, wolle es aber durch drifte Hand[über Metz] an Navarra [und La Noue] gelangen lassen (Ma. Conc;vgl. J. C. an Pf. Johann, 24. Juni). Am 22. Juni schreibt Tossanusaus Heidelberg an Ulmer: „In Gallia omnia sunt adhuc dubio in statu;vere unus inter aspides et basiliscos ambulat Navarrenus, cuius animifortitudinem et zelum omnes praedicant. Sed optimi quique prineipesa malis consiliariis nonnunquam sedueuntur et solent Galli in diemvivere ... Animus non deesset nostris et adestiustissima causa; utinamconsilium non deesset nee deessent nervi belli!" (Bm. cod. lat. 11470b,Cop.).