186 1589 197—198.
28. Märzl97. Bürgermeister und Rat zu Frankfurt an Johann
Frankfurt Casimir.
Lehnen J. C. wiederholtes Ansuchen ab, seinem Rat MichaelLa Hugerie auf eine Zeitlang Wohnung dahier zu gestatten, weilderselbe bei Personen hohen und niedern. Standes alllerlei Anhanghaben soll, woraus ihnen bei ihrer amtlichen Stellung leicht dieUngnade J. C's. erwachsen könnte. „Segurius Pardillianus" wurdeebenfalls gewarnt, er möge sich an einen gewahrsameren Ort begehen,und hat bisher gutwillig diese Stadt gemieden.
Prankf. K. Angel, f. 163. nr. 10002. Cono.
3 - A P ril 198. Johann Casimir an Dohna.
(Dohnas Rückkehr. Die Spanier an der Mosel. Französische Werb-ungen gegen Savoien; Beistand der Schweizer. Navarras Erfolge undZusammenkunft mit Heinrich III.; dessen Sehr, an J. C. DänemarksTod. Kaspar und Dietrich von Schönberg. Erwerbung von Metz.Strassburger Sache. Ev. Gesandtschaft in Prag. Magdeburg u. Preussen,Revision. Visitation eingestellt. Jagd. La Noue. Die englische Flotte.)
„Mein gnedigen gruss zuvor, lieber baron! Eur letzt schreibenunder dato den 16. februarii ist mir den 25. martii durch eurlackai uberantwort worden und bin mit eur entschuldigen eurs aus-
(Ma. f. 94, Cop.). Am 29. März spricht J. C. seine Ueberzeugunggegen J. dahin aus, der ganze Handel sei „von Casparn und Dietzenvon Schonberg ein lauter practicierwerk" und grosse Vorsicht nötig(ebd. f. 106, Conc). Ein Sehr. Heinrichs III. an J., Tours 8./18. März,das die Werbung von 400 Reitern betraf und auf Schomberg verwiesund von J. nebst Sehr. Seh. und des Gouverneurs von Metz am31. März an J. C. geschickt wurde (vgl. No. 194), machte diesen.nur noch misstrauischer; er ging auf J. Vorschlag, Schenk hiefür zugebrauchen, nicht ein, sondern warnte in seiner Antwort vom 2. AprilJ. mit dem Beispiel Mümpelgarts und den Drohungen des spanischenKriegsvolks. — Die höchst ablehnende und misstrauische HaltungJ. C. gegenüber dem Gesuch Heinrichs in., die besonders auch indem Sehr, an Dohna vom 3. April hervortritt, wurde gewiss nichtdurch die Angst vor dem spanischen Volk im Trierischen bestimmt;seine alte und tiefe Abneigung gegen Kaspar von Schomberg spieltjedenfalls dabei eine bedeutende Rolle, aber erklärt doch auch nichtalles. Der Bericht bei La Hug. III, 266 ff. über J. O. Anwürfe beiLothringen behufs einer engeren Verbindung, einer Art von Rheinbundunter Leitung beider Fürsten ist, solange anderweitige Bestätigungfehlt, natürlich mit grösster Vorsicht aufzunehmen; dass aber ebendamals J. C. durch La Hug. mit Lothringen Verkehr unterhielt, stehtausser Zweifel (Lepage, Lettres de Charles de Lorraine, 1864, S.115 f.). — Nicht sicher unterzubringen vermag ich ein HeidelbergerVerzeichniss von Briefaufschriften, die sich auf Schomberg beziehen(Ma. 545/5 f. 21): „1) A mons r mons r le Loup Rabver, estont ä prösentä Cassel. Nota, ob Schonberger hierunder gemeint. 2) A monsrmons r Federich. 3) A mons r mons r Daniel le Reicq, secretere [demonseigneur le lantgraf. 4) A mons r mons r Videmarq, secretere demons r de Schonberg. Was in dem einen Brief ä mons r le Loup~ge-standen: Gard<5s-vous bien des pastes du lion. Item: Quand je nevous cerche, je suis apres de vous".