192. 1589 181
192. Kurpfälzische Zusammenstellung von 2 ^.
■du j j tp i • i. Februar
Beschwerden der Evangelischen.
Beim Vortrag an den Kaiser wegen der Strassburger Kapil-lären auch folgende Punkte hereinzuziehen: 1 1) Aachen und Wim-pfen; 2) Verjagung ev. Untertanen durch papistische Stände gegenden Eel. Fr.; 3) Beschwerung durch die niederländischen Kriege.Fernere Gravamina: Beschwerung der Rel. Verwandten und papi-stische Besetzung des Rats in Köln und Augsburg; Ueberhand-nehmen der Jesuiten; papistische Bestellung der ev. Kirchen inAugsburg. Im Erzstift Köln die Rel. Verwandten sogar bei Taufe,Hochzeit und Begräbniss zu den papistischen Zeremonien gezwungen.R. Regalien an geistliche Stände nur nach päpstlicher Konfirmationverliehen. Verketzerung der A. C. nicht nur durch die Jesuiten,sondern auch durch geistliche Stände ; vgl. das trierische Mandatmit der Bulle, das salzburgische Verbot des Handels und Wandelsfür Rel. Verwandte, den Eid des B. von Würzburg für die Kon-vertiten. Einreissen der päpstlichen Zensuren, die der Kaiser nichtsuspendiren will, vgl. ein Sehr, an Sachsen und Brandenburg. Wernicht vor dem Rel. Fr. reformirt gehabt, wird daran verhindert,vgl. B. Gebhard, Ortenburg, Aachen. Rel. Fr. für ein Interim unddurch das Trienter Konzil aufgehoben erklärt. Geschwinde Prozessegegen Machseirain. Jurisdiktionen vom K. G. an den Hof trans-ferirt. Dem K. G. das Prozediren in Rel. Sachen zu meiden unter-sagt, vgl. Gebhard, Aachen. Seit Menschengedenken Graf Löwen-stein der einzige ev. K. Richter; keine ev. Präsidenten mehr;untüchtige papistische Assessoren den evangelischen vorgezogen.
Eröffnungen Tuileries zu verhandeln. Kgl. Empfehlungsschr. fürBongars vom 12. Febr. ebd. 430 ff. Am 15. Febr. ergingen kgl. Sehr,an Kursachsen mit der Ankündigung (nicht namentlich bezeichneter)Gesandter, an Kursachsen, Kuibrandenburg, Magdeburg, Neuburg,Julius von Braunschweig, Ulrich von Mecklenburg und Würtembergmit Beschwerden über die Anhänger der Konkordienformel und demVorschlag eines ev. Rel. Gesprächs (ebd. 432 ff.). Ein Sehr, an HeinrichJulius von Halberstadt gl. Datums rühmt dessen „animuminnosresquenostras egregium" und die Hoffnungen aller Guten auf ihn nach S6gur'sBericht (Hannover, Or.); ein Sehr, an Christian von Anhalt beglaubigtBongars (Beckmann II, 296 f.).
1 Vgl. über die grosse prot. Interzession beim Kaiser für dieStrassburger Kapitularen Ehses-Meister N. B. I. 309 ff; 349 ff;Meister, Kapitelstreit S. 313 ff; man kann doch nicht sagen, das diepfälz. Zusammenstellung nur „ein wenig verändert" in die Werbungder Gesandten übergegangen sei, denn gerade die meisten und schärf-sten Ausfälle des pfälzischen Schriftstücks, vor allem die gegen denKaiser selbst gerichteten sowie die ausführliche Kritik der Hand-habung des K. G. wurden nicht aufgenommen. Vgl. zur Sache ähn-liche Zusammenstellungen aus den J. 1582 und 1585/6 I. 332; 354(beide kurpfälzisch); II. 392; 399; 413; III. 151 (1588). Am 26. Jan.1589 äussert sich L. Georg gegen seinen Bruder Ludwig über einSehr. J. C. wegen der Schickung an den Kaiser, die eine weitläufigeSache, „so allerhand praeiudicia uf sich" (Darmstadt, Fam. Nachr. 31,Conc). Die Landgrafen enthielten sich auch tatsächlich der Teil-nahme.