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14 187. Ludwig von Würtemberg an Pfalzgraf Reichard.Januar
Stuttgart Hat hier Tage lang mündlich mit G. H. verhandelt, dessenMittel zur Lösung von Pfalzburg er unerspriesslich und gefährlich,ja unmöglich für Gemahlin und Kinder G. H. fand, wogegen G. H.die von ihm vorgeschlagene Uebertragung der gesammten Admini-stration auf Georg Gustav zurückwies, zuletzt aber endliche Reso-lution versprach, die bis jetzt nicht eingetroffen ist. 1 G. H. sollauchnoch^die Grafschaft V[eldenzJ an einen „der K. genant" verpfändethaben und das Geld mit heillosem Gesind unnütz draufgehen lassen,während seine Gemahlin und Kinder Mangel leiden. R. u. a.Stammesgenossen müssen Rat schaffen. 3
St. Pfalz. Conc.
fuit, aspirare videtur, quem tarnen absque singulari iactura non dimit-temus" (Berl. Bibl. Sammlung Meusebach, eigh.).
1 Schon am 24. Dez. 1588 hatten Räte Würtembergs mit G. H. zuStuttgart vergebens verhandelt; G. H. gestand u. a., er habe beider Unterzeichnung des Heidelberger Vertrags dem Protonotar u. a.von der Kanzlei gesagt, er habe seit langer Zeit keine so schwereFeder geführt als diese, und habe sich schon damals darauf vertröstet,dass die geforderte Unterzeichnung seiner Gemahlin und seines Sohnesden Vertrag wieder umstossen werde, „so J. F. Gn. in sichere ortkernen"; ausserdem kam er auf seine Erfindungen und auf sein Ver-hältniss zu Kaiser Maximilian zu sprechen, der selbst bekannt habe,„das S. Pf. Georg Hansen F. Gn. nechst gott J. kais. Mt. die kaiser-liche cron uf dem köpf erhalten helfen, so vor den arglistigen an-schlagen mit diser Werbung [G. H.] zuruckgetriben und verhindertworden" (Mb. 327/25). Am 11. Jan. schrieb Ludwig ähnlich wie obenan Reichard an Pf. Philipp Ludwig (ebd. Or.).
2 Im Febr. traten G. H., Pf. Johann und Räte von Neuburg undBaden-Hochberg zu einer natürlich wieder vergeblichen Verhandlungin Bergzabern zusammen. G. H. machte jetzt die Haltung des Heidel-berger Vertrags (dessen Originale in den Händen nicht J. C, sondernGeorg Gustavs waren) von der Anrichtung seiner „Nutzbarkeiten",der Schmelzwerke, der lüttichschen Wasserkunst, der lothringischenSalzkunst u. s. w. abhängig und warf mit Angeboten von „Tremeli"und Epernon um sich; er gebrauchte das Gleichniss von einem, der„bis an das maul" im Wasser auf einem Tuch steht, an dessen aufsLand reichende Enden andere Leute angebunden sind; ziehen sie ihnnicht heraus, so bringt er beim Ertrinken auch sie in gleiche Not.Uebrigens hatte Lothringen den Lösungstermin bis zum 1. Okt. 1589verlängert. Das neuburgische Nebenmemorial vom 5. Febr. zeigtstarkes Misstrauen gegen J. C. wegen des Calvinismus und etwaigerAbsichten den Vertrag mit Gewalt durchzusetzen. J. C. lehnte ineinem Sehr, an Pf. Johann vom 18. Febr. jede weitere Verhandlungmit den Veldenzern ab und erklärte den Nutzen der Lösung für Kur-pfalz infolge der veränderten Lage der Liga als höchst zweifelhaft,„dan wir ein ross umb ein pfeifen geben müesten". Der Abschiedzu Bergzabern vom 21. Febr. besagte, die Lösung solle, falls G. H.vier Monate vor dem Termin sich hiezu ausser Stand erkläre, denAgnaten zustehen; G. H. weigerte sich aber vorläufig jeder bindendenErklärung. Die Notlage seiner Familie gab er zu, „dan man leichtlichermessen könt, nicht zu essen haben sei der grösste Mangel, so manauf erden gehaben möcht." Pf. Johann erklärte zornig die würtem-bergischen Pfaffen für die Urheber dieser ganzen Zerrüttung (Mb.327/25).