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besteht bei etlichen Grafen und dem Adel an und in der Kurpfalz 7. Januareine nicht geringe Alienation der Gemüter gegen J. C. wegen ver-schiedener Neuerungen und Geschwindigkeiten, die gegen sie teilsdurch die Beamten teils durch die kf. Kanzlei „besonders mit derlandsfurstlichen obrigkeit oder landsesseren' 1 vorgenommen, zumTeil von J. C. selbst angedroht werden sollen. Etliche sagen auch,das K. G. werde durch Kurpfalz dermassen eng gehalten und be-droht, besonders in Rel. Sachen, dass man sich bald keiner Erkennt-niss gegen Pfalz werde unterfangen dürfen noch wollen, da ihnenoft gedroht werde, „das keiner vor der stat Speier sicher seinsolle." . . . Den Abgang Huttens vom jungen Herrn würde ersehr bedauern; es hätte fast das Ansehen, „als ob moderati undpacifici homines sich des orts nicht arten." 1
Wiesbaden, Dillenb. Korr. Cop.
berufung nach Heidelberg vgl. Schmidt S. 157 f. In seinem Kalen-der vermerkt er zum 29. April: „Mein Schwab [sein Diener] vonHeidelberg wiederkommen. Laus deo!" Die Stelle aus seiner Selbst-biogr., die bei Schmidt ganz falsch wiedergegeben ist (Seh. lässt z.B. auch Wambold an Dohna schreiben!), lautet: Der Schwabe „brachtmir ein ganz gnediges schreiben von M. Gn. H., in massen solchesneben andern mit J. F. Gn. handen geschrieben noch bei der hand,darin J. F. Gn. begerten ich mich wiederumb förderlich zu derselbensolt begeben; und schrieb Colbinger, Phelen (Titz Wamolt, der ehrlichegesell, der auch mit in Frankreich war, der war interim gestorben)und andere, ich solte nicht lange ausbleiben; M. Gn. H. würde vonden duumviris [Putlitz und Reuber] also gemartert, das er keineruhe konnte haben, bis Baroni wieder bei ihm were". — Die Ge-rüchte über J. C. feindliche Gesinnung gegen seinen Pflegesohn kamennicht zur Ruhe. Am 16./26. Sept. 1589 schreibt Gradenigo aus Prag anden Dogen, J. C. habe gegenwärtig mit der Bekehrung seines Neffenund seines ganzen Landes zum Calvinismus (nach sächsischem Vor-gang) zu tun, weshalb er sich wohl nicht in Person für Navarra er-heben, sondern Sancy nur Werbung von Truppen und Unterstützungbei anderen Fürsten zugestehen werde. Seine Vormundschaft daurenoch drei Jahre, „onde vogliono molti, che per esser Casimiro, comeognuno sa, piü tosto de pensieri ellevati, che altramente egli habbiaanimo a levarsi il nepote per restar lui patrone del Palatinato" (Wh.D. V. XVI. Or. chiffr.).
1 Ueber Georg Ludwig von Hütten vgl. Münchener Sitzungs-berichte 1882, II, 148 A. 2; Ouno I, 281 f; 292. Am 30. April 1586schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Dohna über Verhandlungen mitHütten, um diesen zur Uebernahme des Hofmeisteramts bei dem jungenPf. zu bestimmen; sie hatten „ante menses aliquot" stattgefunden undwegen der Gehaltsfrage zu keinem Ergebniss geführt, obwohl J. C.selbst verschiedenen Einwürfen älterer Räte gegenüber den WunschGrünrades nach einem Kollegen und „facilitatem morum et Hutteniprobitatem virtutisque Studium" betonte; „eiusmodi ingenia rara esseet difficillima inventu"; Hütten verliess Heidelberg „non salutatoprincipe" am 29. April (Bm. Coli. Cam. XV, eigh.). Am 7. April 1587schreibt Tossanus an Grynaeus: „Huttenum adhuc expeetamus" (CunoII, 120). Ludwig von Sayn-Witgenstein an Grünrade, 22. Juli 1587: „SalutaHuttenum collegam tuum" (Tagebuch Ludwigs V, mitgeteilt von HerrnPastor Cuno). Am 31. Jan. 1589 schreibt Kolbinger aus Heidelbergan Philipp Camerarius: „Huttenus adhuc nobiscum est, utrum autemmansurus in posterum sit, ignoro. Nam ad liberiorem vitam, cuiusut in libertate altus et natus semper avidissimus atque studiosissimus
Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 12