Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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168
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168 1588 177.

8-Oktober 177. Johann Casimir an Pfalzgraf Philipp Ludwig.Heidel- (Der Heidelberger Vertrag von G. H. als ein erzwungener nicht ratifizirt,berg Beratung der Agnaten; Schritte bei Lothringen, Baiern und dem Kaiser.)

Wider Erwarten und nachdem er selbst bereits eine ansehnlicheSumme aufgebracht, hat Georg Hans, nachdem zuerst Pf. GeorgGustav die Ratifikation verweigert, 1 den Heidelberger Vertrag überdie Lösung von Pfalzburg, den erbei fürstlichen ehren an einesleiblichen geschwornen eids statt zu halten bewilligt", ohne jedenGrund für erzwungen erklärt: er hätte,da er solche vergleichungnit eingangen were, Verstrickungen und anders sich besorgenmüssen". 2 Da das Verbleiben Pfalzburgs bei Lothringen für das

1 Schon am 13. Sept. hatte G. H. Gemahlin Pf. Anna den Herzogvon Lothringen um 6 Monate weitere Frist für die Lösung ersucht,da ihr Gemahl zu harte Bedingungen gegenüber den Agnaten einge-gangen sei (Jahrb. f. lothr. Gesch. III, 22 f.). In der Tat scheinenhauptsächlich sie und ihre Schwiegertochter, die Gemahlin GeorgGustavs Elisabeth von Würtemberg, den Heidelberger Vertrag zu Fallgebracht zu haben. Am 7. Oktober verweigerten die beiden Fürstinnenzugleich im Namen Georg Gustavs in einem Sehr, aus Lützelstein anJ. C. die Ratifikation des ohne ihr Vorwissenauf vilfaltiges einbildenund vertrösten" abgeschlossenen Vertrags. Am 11. Okt. trafen G. H.und Anna mit Georg Gustav zugleich für dessen Bruder und Gemahlinein Abkommen, wonach Georg Gustav gegen Abtretung von Lützel-stein, Gutenberg u. a. Stücken die Lösung von Pfalzburg und dieväterliche Schuldenlast von etwa 210000 fl. übernehmen, G. H. sichnur Veldenz, Steintal und Illkirch und die Erbforderung an die Ver-wandten sowie facultatem testandi und väterlichen Gehorsam undEhre vorbehalten und die von Georg Gustav zu übernehmende Ad-ministration erst nach Heimzahlung von Kapital und Interessen wiederantreten sollte. G. H. sollte vom Sohn 10000 fl. vorgestreckt erhaltenund wollte auf Schloss Minfeld die Erbforderungssache betreiben.

2 J. C. verwahrte sich wiederholt gegen die Behauptung, er habeden Vortrag erschlichen oder erzwungen (an Pf. Elisabeth 13. Okt.;an Pf. Anna 5. Nov., mit der Bemerkung, er denke sich in keineweitere Handluug einzulassen und wünsche Georg Gustav zur Lösungund veränderten Haushaltung guten Erfolg). Trotzdem hatte er auchnach der Weigerung der Ratifikation durch Dr. Dietrich Weyer, derfrüher im Dienst Kf. Friedrichs III. und J. C. gestanden hatte (I. S.157 f.), jetzt aber Oberamtmann G. H. war, die Verhandlungen mitden Veldenzern noch fortführen lassen; am 16. Okt. schrieb Weyeraus Strassburg an J. C. noch ziemlich hoffnungsvoll; man könnte anStelle Gutenbergs das für die Pfalz noch besser geeignete Steintaleinsetzen; W. legte einen Auszug des veldenzischen Schuldenverzeich-nisses bei: 220000 fl. zu 11000 fl. Zinsen jährlich ohne die Pfalz-burgische Schuld; nach Abzug der Zinsen von dem Jahreseinkommenzu IG 500 fl. blieben als Rest der Einnahme 5500 fl. gegen eine Jahres-ausgabe von 13550 fl.; auch mit Pfalzburg ergab sich ein Mehr derJahresausgabe von 15000 fl. (Mb. 327/22 f. 174). Die.Verhandlungenblieben erfolglos; auch ein Versuch bei G. H., dein*mau vorhaltenHess,qu'il se vouloit mettre en tutelle" und zwar durchmesdames",schlug vollständig fehl. G. H. verfiel in seine gewohnten Gross-sprechereien und Drohungen, erklärte die Lösung Pfalzburgs durchseinen Sohn für gesichert, rühmte sich ausserdem eines hohen Ange-bots von Epernon, dem er nach Aussage des Berichterstattersarticles. . . trop ridicules" vorschlagen wollte, weigerte die Abtretung vonSteintal, da er J. C. nicht zum Nachbarn haben wolle, der auch