175—176. 1588 167
behalten. Bedauert, dass beide LL. von Hessen sich so von ihremGeld und den würt. Pfaffen regieren lassen und nicht bedenken,dass sie auch im Notfall gute Freunde brauchen könnten. . . .Zeitungen vom Herrn von Reydt über Bonn und die kölnischePazifikation; „wie aber den Spaniern und irem anhang gefeiligseie, des reichs nutz und friden zu befurdern, ist daraus gnugsamabzunemen," dass der mehr als billige Vergleich Reydts mit Schenknicht angenommen wurde; trotzdem möge J. C, die Sache bei seinenMitkff. um Jülichs u. a. Benachbarten willen auf dgl. Mittel bringen helfen,„darmit die hauptsach doch dermal eins nur zu geburender verhör,Beratschlagung und wo immer muglig zur erörterung möchte gebrachtwerden." Bedauert Leicester's Tod. Hat gleichen Bericht über denEinzug Guises. „Und mus notwendig in der cron Frankreich eingrosse enderung folgen, dan ich ganzlich glaub und hoff, que dieupar ce roy ou par le roy de Navarre qui de bon droict est sonsuccessour, fairay [!] ung monde nouveau dans le royaume deFrance, und dasselbig im zu ehren und seiner betrübten Christen-heit zu gutem," Von Joli und La Coste noch keine Antwort. . . .„Des herzogen von Espernon herausgeschickte kleinoter halt ichdarfur, werd la partage sein, darvon La Coste geschriben, und setzeich in keinen zweifei, er werde dem gemachten abschied ein genügentun; gott geb sein gnad darzu." Man wünscht eine Heirat zwischenSibylla von Jülich und dem ältesten Sohn des Herzogs von Loth-ringen. Bittet um Gutachten, wie solches zu verhüten.
Ma. 515/4 f. 430. Eigh.
176. Johann Wilhelm Stuckii an Ulmer. 4.0ktober
Missbilligt die Versuche Andreas den Schweizern näher zu Zuricl1treten. „Hoc ipso tempore" kam „Adamus Gans a Buthis", bran-denburg. Erbmarschall, als Gesandter J. C. zuerst nach Bern, dannhiehcr „propter ccrta quaedam negotia". Dessen Aeusserungen überAndrea: „suspendio potius quam colloquio aut ullo honore dignumesse" zu Bern „coram D. Molinaeo et aliis proceribus." . . . DerBaron ist sehr angesehen bei dem Pfalzgrafen und ein frommer undgelehrter Herr, der elegant Latein spricht. Seine Reise nachSchaffhausen gab er auf, da er das im Namen seiner Fürsten nach-gesuchte Darlehen in Bern und hier nicht erhielt und zu BaselPrivatgeschäfte hat. 2 . . .
Bin. Cod. lat. 11470b f. 220. Cop.
1 An den Züricher Theologen Johann Wilhelm Stncki schrieb überAndrea auch Tossanus wiederholt im Dez. 1588 (Cuno II, 88 f.).
2 J. C. Kalender zum 3. Oktober: „Poutlitz aus Helvetia ankörnen,mit ime discourirt." Am 19. Dez. warnt J. C. die 4 evangelischenOrte der Eidgenossenschaft unter Bezugnahme auf Putlitz, den erjiinsthin „etlicher unser sachen halben" zu ihnen gesandt, vorAndreae;er verweist auf das Konkordienbuch und das Mümpelgarder Gespräch(IL 429) und meint, man sollte A. höchsten einen Nationalsynodusaller vom Papsttum Abgesonderten vorschlagen, einen solchen würdeauch er befördern (Bern, Kirchl. Angell. 1560—1653, Cop.). Am22.J|Jan. 1589 erwidern Syndiques und Rat von Genf auf J. C. Sehr,vom 7. und die Werbung des „baron Putlies", ihre Lage habe sichneuerdings verschlimmert und sie bäten nm Rat und Geneigtheit (Genf,Arch. Cop. des lettres 1589).