Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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166
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166 1588 175.

3.0ktober 175, Pfalzgraf Johann an Johann Casimir.

Z W61"

brücken (Pfalzburg. Kölnische Pazifikation. LeicestersTod. Französische Vorgänge.

Sibylla von Jülich.)

Auf J. C. eigh. Sehr, vom 29. Sept. zur pfalzburgischen Lösungs-sache hat Gott seinen Segen gegeben. Auch Lothringen wird wohlgern sein Geld wieder bekommen und gute Freunde und Nachbarn

dem rheinischen, schwäbischen und fränkischen Kreis aufzubringen;am 14. Juni ersuchte K. Johann von Schweden, der Schwager G. H.,Ludwig von Würtemberg ihm die zur Lösung nötige Summe anzu-geben und den drohenden unwiderruflichen Schaden verhüten zuhelfen (Stuttg. Pfalz). Eine Tagung G. H. zu Heidelberg mit denVertretern von Kurpfalz, Neuburg, Zweibrücken und Simmern 22. Juliff. verlief wie gewöhnlich erfolglos; sein Angebot aller seiner Güterund Aemter zur Versicherung gegen ein ziemliches Deputat für ihnund seine Familie wurde abgelehnt. Er drohte schliesslich, wenn manihn mit Pfalzburg im Stich lasse, werde er Lützelstein für die ihmangebotenen 600000 fl. verkaufen, die Hälfte davon anlegen und dieandere Hälfte verkriegen (Bericht der neuburg. Räte, Heidelb. 30. Juli,Mb. 327/23, Conc). Im Sept. finden wir dann J. C. eifrig bemühtdas für die Lösung nötige Geld aufzutreiben; er wandte sich an dieStände der Oberpfalz (Sehr, an seine Eegierung in Amberg, 12. Sept.,und weitere Verhandlungen durch Kolbinger Mc. Fürstensachen ILspec. lit. E. CXXIII. 1015), an Ulm mit der Bitte um ein unverzinslichesDarlehen von 200 000 fl., das abgeschlagen wurde (Eoth von Schrecken-stein an Philipp Ludwig, 30. Sept., Mb. 327/24); vielleicht hängt dieBeglaubigung des Putlitz bei den Geheimen zu Strassbnrg. (12. Sept.,Str. A. A. 683, Or.) auch hiemit zusammen. Am 13. Sept. kam GeorgHans nach Heidelberg, wo vom 14. bis 21. auch Pf. Johann weilte.Am 27. Sept. beglaubigt J. C. bei Lothringen seine Bevollmächtigtenin Sachen der Lösung Pfalzburgs Putlitz, Pastor, Schrögl und Fraiss(Jahrb. der Gesellsch. f. lothring. Gesch. III, 1891, S. 23 f.).Am 28. Sept. stellto J. C. zur Erleichterung dos Wiederkaufs G. H.einen Revers aus, dass er ohne Bewilligung G. H. nicht über 50000 fl.für Befestigung der Stadt aufwenden, die darauf vorhandenen Schulden8 Jahre lang nicht tilgen wolle u. s w. (Mb. 327/22 Cop.); unter demgl. Datum willigte J. O. in eine Versammlung der Pfalzgrafen zurBeratung der Mittel, wodurch G. H. zu helfen sei, nachdem G. H. vor-geschlagen hatte, den Verwandten auch Lützelstein und Steintal abzu-treten, die Zinsen der 430000 und der noch weiter aufzunehmenden100000 fl. aus den Nutzbarkeiten in den sämmtlichen abgetretenenBesitzungen zu bestreiten und ihm selbst nur ein jährliches Deputatvon 3000 fl. sowie das Drittel des Ertrags aus den Eisenbergwerkenzu überlassen (ebd.). Vom 1. Okt. datirt dann die Urk. des Verkaufsvon Pfalzburg und Guttenberg an J. C, Pf. Friedrich und dessenNachkommen für 430000 fl., nach ausdrücklicher Bewilligung, eigh.Unterschrift und Besiegelung durch G. H. und seinen ältesten SohnGeorg Gustav (ebd. sowie Stuttg. Pfalz Copp.; der Revers J. C. gl.Datums und die Urk. des Verzichts der Pf. Anna auf Pfalzburg undGuttenberg als ihr Wittum vom 30. Sept. Stuttg. Pfalz). J. C. inseinem Kalender zum 28. Sept.:mit H. Gorg Hansen des kaufs ge-schlossen." Am Kaiserhof hegte man den Verdacht, J. C. wolleGeld aufnehmen, nicht um Pfalzburg zu lösen, sondernveramente. . . pensando volersene a far nova ievata di gente"; er sei aber,soviel der Kaiser höre, überall abschlägig beschieden worden (Puteoan Montalto, Prag 15./25. Okt. Rom, Germ. 111 S. 368).