Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
148
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148 158S 154.

(Mai) Nouveau empereur Ernstus haben sich Poln entschuldigt, nit

erweidet.

Contutel sachen halb-Colegialtag. 1

Churf. Gebhart sachen halb.Navarra hilf und endtschuldigung.Maximiliano.

Ungern nichts willigen wollen.

Den Schlesinger ir Schätzung zum krieg kumpt inen schwer.Das gemehl, so die ordensherrn vom [gjulden fluss die grossentier erstechen. 3

M. Jacob zu Baden gewerb Peckadl."

Beziehungen zu J. C. (vgl. No. 123) und am Kaiserhof der Gegenstandwunderlicher Besorgnisse. Gradenigo, der sich die unglaublichsten Ge-schichten aufbinden Hess, berichtet dem Dogen am 26. März/5. April,vom R. Tag sei zunächst nicht die Rede, weil die ketzerischen Kff. aufdie Wahl eines römischen Königs drängen wollten; ihr Kandidat seider M. von Ansbach,huomo molto gratioso et dall' esser heretico infuori di qualita honoratissime", mit 100000 Talern Einkünften; derKaiser wolle seinem Bruder Ernst die ungarische Krone verschaffen,um diese Absicht durchkreuzen zu können. Am 7./17. Mai erzählt Gr.von einer beabsichtigten Berliner Zusammenkunft Sachsens und Branden-burgs mit Dänemark, die durch dessen Tod vereitelt worden sei. Manwollte dort verhandeln 1) über die römische Königswahl, die auf Ans-bach oder auf den Schwiegervater Brandenburgs, den Fürsten vonAnhalt (!) gelenkt werden solle; möglicherweise würde Mainz denEvangelischen beistimmen; bis jetzt habe Gott ihre Ratschläge zu nichtegemacht; 2) über die Vertreibung und Fernhaltung der Spanier vom R.(Wien, D. V.). Dass freilich nicht Sachsen und Brandenburg, wohlaber J. C. sich damals mit dem Gedanken trug,einen anderen Kaiserzu machen" unddie Spanier abzuschaffen", beweisen die folgendenAufzeichnungen. Vgl. eine Aeusserung Guise's bei de Croze II, 332. J. C. Gedenkzettel bezieht sich auf geplante Verhandlungen mitM. Georg Friedrieb, die, eventuell durch Sendung eines ansbach-ischen Vertrauensmanns vorzubereiten, auf Seiten J. C. den Charaktereines geradezu rückhaltlosen Vertrauens tragen sollten; er sprichtvon einem Zug vor BonD, von der Möglichkeit Metz wieder-zugewinnen, will sogar über das spanische Angebot den Rat des Mark-grafen einholen und mit ihm eine enge Verbindung eingehen, wobeinamentlich auch Polen und der deutsche Orden ins Auge gefasst werden.Endlich wird noch die Kaiserwahl berührt und der angebliche Rücktrittdes Kf. von Köln hiefür in Anschlag gebracht. Vgl. eine' bairischeZeitung über einen prot. Fürstenkonvent bei M. Georg Friedrich Okt.1587 bei Ehses I. 2, 33.

1 Vgl. No. 118.

' Vgl. I. 352 A. 1; 399; 413.

" Vgl. über die Werbungen des M. für Lothringen Kleinschmidt,Jakob 111. M. zu Baden (1875) S. 40 f; 48; über Gerüchte von seinembevorstehenden Rel. Wechsel ebd. S. 45 ff. Nikolaus Peckatel warJakobs Hofmeister (vgl. ein bei den 13 zu Strassburg verlesenes Sehr.aus Durlach vom 1. Febr. 1586, Str. A. A. 832; über das mecklenburg.Geschlecht der P. Buchwald, deutsches Gesellschaftsleben im enden-den M. A. I, 1888 S. 117 f.) und wird in dem Sehr. Bernsdorfs anSachsen vom 2. Jan. 1588 (S. 104 A. 2) als Rittmeister bei den spanischenWerbungen Burgaus, Braunschweigs und Piatos aufgeführt. Ueber Ott-heinrich von Braunschweig vgl. No. 64.