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3 (1903) 1587 - 1592
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138
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16. April Die ligischen Haufen, die den herausziehenden deutschenReitern entgegenzogen und, als diese von Mäcon ihren Weg durchSavoien nahmen, in Mttmpelgart einfielen, waren gänzlich bedachtJ. F. Gn. und ihr Land anzugreifen, wenn nicht Gott ihnen andereGeschäfte mit Eroberung von Bonn und Gefangennahme ErzherzogMaximilians „vorgeschnitten" und J. F. Gn. nicht sich mit einerziemlichen Anzahl* gefasst gemacht hätte; so zogen die Feinde andie Mosel, legten sich Herzog Karl und M. Philipp ins Land undgaben ihre Absicht gegen die Pfalz auf, da J. F. Gn. die Kriegs-rüstung fortsetzte. 1 Dies verursachte weitere Kosten. J. F. Gn.kann sich von keinem Benachbarten, auch den Blutsverwandtenund nächsten Freunden, einiger Hülfe oder Beistands getrösten, dasie teils der Religion, teils der Kontutel wegen ganz zuwider sind;von anderen ist wegen ihrer Furchtsamkeit nichts zu erwarten; insumma, unter den Evangelischen würden viele auf den Fall nurzu eifrig sein, J. F. Gn. von Land und Leuten verjagen zu helfen,während auf der anderen Seite der Kaiser, Spanien, Frankreichund der ganze päpstliche Anhang in Folge der früheren Züge J.F. Gn. zum Schutz der Christen in Frankreich und Niederlandseine Feinde sind. J. F. Gn. hört fortwährend, dass die Spanierbei Bonn, der Markgraf von Burgau mit 15 Fähnlein und 1500Pferden und Guise aus Lothringen ihn zugleich von drei Seitenüberfallen sollen; bekam erst neulich vom kais. Hof Bericht, wieman dort und sonst unter den Ligurirten der Ansicht sei, bei einerVerwirklichung der Pläne der Liga und Spaniens müsse zuerst diePfalz gedämpft und unterdrückt werden. 2 Da nun J. F. Gn. sichdiese Gefahr nur durch Widerstand gegen die Tyrannei der FeindeChristi und durch treuen Dienst für die Königin zugezogen undda die Königin ohne Ruhm zu melden keinen besseren und treuerenFreund hat als J. F. Gn., nach dessen Unterdrückung der Papst,Spanien und die Liga ihr Intent gegen die Königin u. a. Evange-lische viel leichter durchsetzen würden: bittet J. F. Gn. die Königinihm in solcher Not die bülfliche Hand zu bieten, zumal sie reicheMittel besitzt und Spanien jetzt für die Erledigung des Erzh,Maximilian jedenfalls den Säckel wird aufziehen müssen.

Es giebt zwei Wege der gemeinen Sache und J. Mt. selbBt zuhelfen. Einmal könnte J. Mt. dem Feind soviel in den Nieder-landen zu schaffen geben, dass er von Bonn ablassen müsse, undden Obersten Schenk mit Geld unterstützen, wie J. F. Gn. bereitsmit Geld, Volk, Proviant, Geschütz und Munition geholfen und über15 000 fl. aufgewendet, auch den Rhein für den Feind gesperrthat; ohne diesen Beistand, den Pfalz nur J. Mt. zu Gefallen undauf deren Patent hin geleistet, hätte sich Bonn, wo kein halb PfundPulver und kein Geschütz zu finden war, nicht bis jetzt haltenkönnen; 8 Bonn sei so gelegen, „das derselben aus der Pfalz und

* Am Rand: „Si quaeratur de viribus, 1 regiment knecht, 1000pferd; die Anordnung gemacht 18 m vom landvolk jederzeit bereit zuhalten und bereits tausend französisch schützen in bestallung."

1 Vgl. No. 141.

8 Vgl. No. 147.

8 Vgl. No. 141.