Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
137
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148. 1588 137

Einmal hätte auch die Anwesenheit J. F. Gn. nicht wohl alle 16. AprilWiderwärtigkeiten überwinden oder den Ausgang abwenden können,wogegen die Abwesenheit J. F. Gn. von Haus nicht nur die Pfalz,sondern die reformirte Religion im ganzen Reich in höchste Gefahrgebracht hätte. Die evangelischen Fürsten, die sich einer Kontutelmit J. F. Gn. anmassen, hätten die Gelegenheit ergriffen, alle guteReformation in der Pfalz umzustossen und ihre groben Irrtümerbei der jungen Herrschaft und den Untertanen mit Gewalt wiedereinzuführen; Widerstand hätten sie dabei nicht gefunden, wohl aberviele Helfer und Förderer. Auch für den beabsichtigten Nachzughätte J. F. Gn. mehr hier aussen als drinnen nützen können. Des-halb hielt es J. F. Gn. für ratsam nicht mitzuziehen und wurdeauch von dem navarrischen Gesandten an Statt ihres Herrn undder französischen Kirchen, „als deneu zu guten J. F. Gn. sich per-sönlich verlobt", dieser Zusage enthoben und in seinem Beschlussbestärkt. Mit den zwei früheren Zügen J. F. Gn. hatte es eineandere Bewandtniss, weil damals sein Vater noch lebte und für dieSache in Deutschland sorgte. Wie viel daran gelegen, dass J. F.Gn. diesmal im Land blieb, zeigte der Einfall in Mümpelgart; dergeplante Angriff auf die Pfalz wurde nur durch J. F. Gn. eilendeGegenrüstung u. a. Mittel rechtzeitig abgewendet. Der unglück-liche Ausgang des Zugs hätte vollends J. F. Gn. bei den Kriegs-leuten, anderen Fürsten und dem Feind zur Verkleinerung gereicht,„welche an jetzo noch gottlob in guter reputation stehen und anihren berümpten namen nichts verloren oder kein abbruch gelitten."Eine andere fürstliche Person war mit aller Mühe nicht aufzutreiben.H. Ott von Leinenburg, der zuerst geneigt war, habe sich nachhermit Leibsschwachheit entschuldigt; darauf wurde H. Philipp vonBraunschweig zum Grobenhagen ersucht, lehnte aber als sächsischerDiener und aus anderen Ursachen rundweg ab. Ebenso entschuldigtesich der selige Fürst Joachim Ernst von Anhalt, der sich anfangswillfährig zeigte, nachher mit seinem Alter, sein Sohn FürstChristian mit seiner Jugend und Unerfahrenheit. Auch eine Ver-handlung mit Graf Albrecbt von Barby war vergebens. 1 Als hieraufJ. F. Gn. diese Sache L. Wilhelm mitteilte, schlug dieser für sichund aus eignem Antrieb den Herrn von Dona vor, dem nichtsmangle, weder an Gemüt, Verstand noch christlichem Eifer, unterErinnerung an den hessischen Marschalk, derao. 61 einen deutschenHaufen rühmlich in Frankreich geführt habe. Trotzdem habe J. F.Gd. den Herrn von Dona nicht zum Feldobristen verordnet, sondernauf den Musterplatz geschickt, um sein Nichtkoramen zu entschul-digen und die Wahl eines Haupts zu veranlassen. J. F. G. unddie navarrischen Gesandten hätten deu H. von Buillon gern alsGeneralobersten gesehen, die Deutschen wollten den aber nicht undnötigten Dona gegen seinen Willen die auf ihn gefallene Wahlaller Obersten anzunehmen.

1 Vgl. über Barby No. 83; La Hug. Eph. S. 55; ebd. S. 511A. 3 und 550 glaubt der Herausgeber irriger Weise diese Persönlichkeitmit Kf. Christian von Sachsen identifiziren zu müssen.