Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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126
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126 1588 143.

3. April mein herzlieber herr vater, von herz ser bekumer und bedribt undich von herzen gern bei meiner religun bleiben wolt, dabei michmein herzlieber herr vater und mein herzliebe frau mutter seigergedechtnus auferzogen haben, wan icli nor beistant hette, damitich armes Verlasses weslein doch aus solchem schwere creuz undirdeum mechde komen". Bittet um Gottes willen ihr zu helfen;ich will mich doch drucken, wie ich kan und sol," wenn L. sienur zu sich nimmt. Ihr Pflegevater hat sie zweimal hart ange-fochten; das erste Mal, wie man ihnen den lutherischen Pfarrernahm, war sie ein Vierteljahr schwach in Folge des Schreckens;das zweite Mal, als er ihr durch die Herzogin am 28. März dieEntfernung ihres Gesindes ankündigte, worauf sie 8 Tage das Zimmernicht verlassen konnte; auch sollen die calvinischen Pfarrer zu ihrkommen und sie unterrichten. Herzog Hans von Zweibrücken hatihr auf mündliches Hülfegesuch eine sehrletze" Antwort gegeben;machen es alle Verwandten so,so wollt ich, das ich so dif unter

Nachtmahl,jung her comunicirt". Eigh. Sehr, des Grynaeus aus Baselan den jungen Pfalzgrafen vom 15. Juni (Dank für einen Becher undSendung des Pervigilium Christi von Remus) und 2. Sept. 1588 (Dankfür die vom Pf. übernommene Patenschaft bei seiner Tochter) Bm. Coli.Cam.IX; vgl. Mieg 11,129. Auch Hotman näherte sich dem jungenKur-fürsten" mit literarischen Dedikationen (Hotom. epp. S. 195 f; 206 ff;212; 226; 231), wogegen Andreae auf den Erben der Pfalz durch Widmungvon Streitschriften gegen die Reformirten einzuwirken suchte (vgl. C u n o II,89). Ueber das Verhältniss zu seiner Gemahlin und ihre religiöseHaltung, die sich damals den Zumutungen des Gemahls völlig anbequemtzu haben scheint, geben J. C. Kalenderaufzeichungen gleichfalls manchenAufschluss. Wenn er zum 27. Juli 1585 vermerkt:ma femme fit lacene", so bezieht sich dies auf ihren damals noch nicht angetastetenlutherischen Gottesdienst (vgl. Kluckhohn, Ehe S. 73). Als sie imNov. 1586 an denkindsblattern" erkrankte und sehr schwach wurde,blieb der Gemahl ihr zur Seite (5. Nov.:stetigs bei meiner gemahlblieben"; 15.: wegen ma femme grosse schwacheit daheim blieben";16:wegen ma femme schwacheit nit in die canzlei gangen", was ihnfreilich nicht abhielt am 15. und 17. das im Schloss gehaltene Löwen-paar mit einem Ochsen kämpfen zu lassen;dieweil der ox so bos ge-wesen, das niemand mit ime hat können ubereinkomen, so hab ich ineerschossen"). Noch im J. 1587 besucht er mit seiner Gemahlin wieder-holt (23. Mai, 14. Juli) ihren Viehof, verzeichnet Spaziergänge undAbendmahlzeiten im Freien mit ihr und lässt sie seine wegreisendeSchwester Anna Elisabeth bis Worms begleiten. Im September findenwir sie bei den Jagden um Neuschloss an der Seite J. C; am 15. gehtsie mit dem Kurprinzen nach Heidelberg und am 24. vermerkt J. C.in Friedeisheim :ist mein gemahlin von Heidelberg zu mir komen".Dann trat der von mir (s. o.) früher festgestellte Umschwung ein; nachHeidelberg zurückgekehrt vermerkt J. C. zum 27. September: Predigtim Schloss;darnach traicte avecque ma compagne touchant sonministre". Elisabeth wurde genötigt dem reformirten Gottesdienst bei-zuwohnen; 25. Dezember:frue zum heiligen geist predigt gangen, macompagne aussy, apres le presche das heilig abendmahl gehalten";26:abermals sampt mein gemahl in die stadtpredigt gangen"; 31:fruemit meiner gemahlin Stadt predigt gangen"; 1. Jan. 1588: ebenso;7. Januar:frue mit mein gemahl Stadt kirchen zogen"; 4. Februar:Stadt Predigt;darnach D. Hypolitus [a Colli] mit mein gemahlin undpflegsohn ein söhn aus der tauf gehoben"; 3. April:bin ich mit mein