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3 (1903) 1587 - 1592
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143. 1588 125

143. Pfalzgräfin Chriitina 1 an Landgraf Ludwig. 3 - A P ril

Heidel-Es geht ihr von Herzen übel wegen der Religion,den mich hergmein pfleg herr vater hart darmit angreif und mich ganz und gardarzu zwingen will, auch mir alle mein gesinlich, welches auf michbescheden ist auf mich zu warden, auch meiner religun ist, allesvon mir nimpt und mir eitel kalfenschs leut will zugeben, die michzu der zwingellischen religion unterrichten sollen, welches mich,

1 Vgl. Abb. der Münchener Akademie III. Kl. XIV. 3(1879),7 ff. Im J. 1586 schien das Verhältniss zwischen J. 0. und seiner Ge-mahlin sich wieder gebessert zu haben; am 10. Juli d.J. beglückwünschteihn Pf. Johann zur Geburt eines Sohnes (Ma. 545/4 Or.) offenbar aufGrund eines irrigen Gerüchts; am 14. April 1586 schreibt Pf. Anna vonZweibrücken an ihren Sohn Philipp Ludwig, er möge sich wegen desLandgerichts Weiden mit J. C. friedlich vertragen; sie hoffe sogar eineengere Verbindung zwischen den pfälzischen Linien durch Vermählungvon Ph. L. Tochter mit dem Kurprinzen und von Ph. L. Sohn WolfgangWilhelm mit J. C. Tochter anzubahnen,welche dan ein gar schonfreulen ist im 8. jar; kan schon auch den catechismus und vil sprüchaus der schrift"; sie habe jetzt zu Birkenfeld mit J. C. Gemahlin darübergeredet,hats J. L. nicht gar ausgeschlagen" (Me. R. No. 103, eigh.).Christinas Bruder, der Kurprinz Friedrich war für das reformirte Be-kenntniss gewonnen worden; am 19. April 1587 schreibt Tossanus, derkurz vorher seine Frau verloren hatte, an Grynaeus:me recolligo,exbilaratus iunioris principis communione, qui nobiscum coenam dominiparticipavit" (Cuno II, 118, irrig zum Jahr 1586, vgl. ebd. 119 f.). J. C.verzeichnet in seinen Kalendern jedesmal seine Anwesenheit bei den sehrhäufig (wohl monatlich) mit dem jungen Herrn vorgenommenen Examina;zum 1. April 1585 vermerkt er:den jungen bern examinirt, ist gar wolbestanden"; zum 30. Sept. 1586 ein Examenwelches 3 stund geweret".Einmal, beim 6. April 1585, begegnet die Notiz:execution mit demjungen bern furgenomen" (vgl. II. 315 A. 1). Zum 13. März 1587:Disen ganzen tag mit meines pflegsohns examen zugebracht und H. Hansbeigewont". Damals war Pf. Friedrich Rektor der Universität, als welcherer nach J. C. Aufzeichnung am 22. Januar 1587nachmittag . . seineoration und abends ein banket gehalten" (Vgl. Cod. lat. Mon. 1632 f. 4;16 ff.; Hautz II, 126; Cuno I, 188 f.). Zum 20. Dez. 1587vermerkt dann J. C.:Hat mein pflegsohn sein rectoratampt resignirtgehabt und durch das ganz colieio der professoren wider erwelet undacceptirt"; zum 14. Januar 1588:hat mein pflegsohn sein orationgeton als ein rectori". Nachdem Friedrich am 16. April 1587 kommunizirthatte, vermerkt J. C. zum 3. Sept. des Jahres: Nachtmahl,mein pfleg-sohn darzu gangen". Friedrich begleitete dann im Oktober seinenPflegevater nach Kreuznach, wo J. C. eine gewaltsame Aenderung desKirchenregiments vornahm (angekündigt durch sein Sehr, an M. Philippvon Baden, Heidelberg, 10. Oktober, Mb. 114/3 1 f. 231, Cop.; vgl. dieausführliche Darstellung bei Back II, 466 ff; J. C. in seinem Kalenderzum 17. Oktober : in des jungen Herrn Gemach den Pfarrer [Scheuerlein]examiniren lassen;nachmittag hab ich demselben beigewonet"). Esist sicherlich kein Zufall, dass iw J. 1587 J. C. Aufzeichnungen an-fangen von demjungen Herrn" oderPflegsohn" gelegentlich auch invertraulicherem Ton zu reden ; 5. Juli:mit Fritz uf der schütten zunacht gessen"; 25. Juli:mit meinem jungen prinz birseben zogen";21. November:ist mein Fritz mir entgegen zogen"; 6. Juli 1588:istmein söhn birseben zogen"; 6. November:abends mit meinem jungenprinzen zu nacht gessen." Beim 11. August 1588 vermerkt er wieder: