143—144. 1588 127
der erden lege, als ich darüber gehen." Bittet, dem Herzog undder Herzogin nichts zu verraten, ihr auch keine Briefe zu schicken,da diese alle aufgehalten werden.
Marb. Pfalz 1588—89. Eigh.
144- Gutachten Johann Casimirs über die Friedens- 3. April
traktation in der Kölnischen Sache. Heidel-
. berg
Auf die Frage etlicher christlicher und gutherziger Stände, obman mit gutem Gewissen Kf. Gebhard raten könne, auch ohne Ver-stattung der evangelischen Religion im Stift Köln sich vom Stiftabhandeln zu lassen.
J. C. findet nach fleissiger Erwägung einen solchen Rat einschweres Werk und Gewissens halber bedenklich, weil der Kf. nurder wahren christlichen Religion wegen die Sache angefangen hat;wenn man sagt, seine Mittel seien zu schwach, so kann ja Gott •
auch geringe Mittel segnen ; ferner würde es den Eindruck machen,als wolle der Kf. mehr auf sich. und seinen Privatnutzen als aufdie gemeine Sache sehen, und ausserdem dadurch der geistlicheVorbehalt zum Nachteil der Stände A. C. mehr und mehr bestätigtund gleichsam authentisiert. Dagegen ergibt sich bei rechter Er-wägung der Umstände, des jetzigen Status der Sache, der Zeit undGelegenheit, dass man mit gutem Gewissen, doch auf hernach ge-meldete Bedingungen, dem Kf. Gebhard zum Abstand raten kann,aus folgenden Ursachen. 1) Das offenkundige dem Erzstift Kölnund den benachbarten Landen erwachsene Elend, das, falls Bonnbelagert wird, nur noch zunehmen würde, zeigt, dass dies nicht derWeg ist, die evangelische Lehre zu befördern; vielmehr könntenviele benachbarten Kirchen dadurch in Gefahr und Untergang ge-raten. 2) B. Gebhart ist von allen evangelischen Ständen verlassen,sein Gegner von allen mit wenigen Ausnahmen als Kf. zu Kölnanerkannt, vom Papst, Spanien u. a. Fürsten und Ständen seinerReligion mit Volk und Geld unterstützt, in den Kfif. Verein aufge-nommen und auf vielen Deputations- u. a. Tagen in den Kff. Ratgezogen worden- 3) Kf. Gebhart hat nicht die Mittel, sich wiederin Besitz des Stifts zu setzen oder auch nur die Stadt Bonn zuentsetzen, da England und die Staaten mit sich selbst zu schaffen,„und gibt die erfahrung, das man der enden leichtlicher hilf etwasanfangen, welches man nachgehents, da der hülf am besten vonnöten, in medio cursu stecken lässt". 4) Es möchte dafür gehaltenwerden, dass B. Gebhart „das rechte mittel nicht ist, dadurch gottder allmechtig dis löblich werk vortsetzen wolle, dieweil (wie mandavon redet) S. Ch. Gn. mehr auf gut tag, wollust und' anderedergleichen sachen dan solche schwere gedanken sich legen sollen".Darum und weil Gott zu seiner Zeit auch andere Mittel erweckenkann und jeder dem Frieden nachjagen soll, hält J. C. dafür, da
gemahl in die Stadt predigt als der betag zogen". Auch auf jenerReise nach Kreuznach (s. o.) musste ihn Elisabeth begleiten; er ver-merkt zum 16. Okt. 1587: „frue ist mein gemahl sampt dem jungenhern gen Sobernheim zogen, alda zu mittag gessen, abends widerkomen".