124 1588 142.
2. April 142. Johann Casi mir an Landgraf Wilhelm.
Heidel-
erg Werbung des navarrischen Gesandten Roche-Chandieu oder
Sadeles, der zu W. kommen wird. 1 Wird mit Unrecht verdächtigt,mit Schenk unter der Decke zu liegen, obwohl er demselben aufenglische Patente hin Werbung gestattet hat, freilich nur ungern.Hofft auf friedlichen Austrag der kölnischen Sache.
Marb. Frankr. 1588. Or.
Entfernung Dohnas, vgl. Schmidt, Dohna S, 153 f. Donna äussertsich fast mit denselben Worten wie Chr. über Putlitz und Reuber; siehätten, fährt er fort, J. C. so lang in den Ohren gelegen, bis sich dieserein oder zwei Mal „mit Worten etwas seltzam gegen mir stelleten, undwar doch nicht rechter ernst". Dietz Wambold, Kolbinger und HeinrichPelen, die es wohl wussten, verheimlichten es D., um einen Bruch zuverhüten, gaben aber dann D. selbst den Rat sich etwas zu absentiren;die anderen würden es dann so grob machen, dass er bald würde zu-rückgefordert werden. Da jene beiden geltend machten, die üble Nach-rede gegen D. wegen des Feldzugs übertrage sich auch auf J. C, derihn bei sich behalte, erbat D. Urlaub und enthielt sich, da er nichtgleich wegziehen konnte, möglichst des Hofs. Trotzdem lud ihn J. C.jedesmal ein, wenn er in die Nähe verreiste (D. Selb3tbiogr.). — Reuberwar am 1. Okt. 1587 Kanzler geworden (Bestallung, Karlsruhe, Pfalz,Kopialb. 571); vgl. sein Sehr, an Hotman vom 24. März 1588 (Hotom.epp. S. 211). TJeber Johann Philipp Freiherrn zu Hohensachsen vgl.Jahrb. f. seh weiz. Gesch. III. (1878), 49-ff; Widderll, 66;überHansDietrich von Wambold ebd. I, 54. Das Amt des Marschalks ging imLauf des Jahrs 1588 von Mörle genannt Beheim an Johann Bock vonErpfenstein über, ebd. S. 50.
1 Antoine de la Roche Chandieu, genannt Sadeel und Zamariel(vgl. üher ihn Bernus im Bulletin de la soc. pour l'hist. du prot.fran$. 1888), dessen Sendung in die Schweiz und nach DeutschlandNavarra in einem Sehr, an Segur vom Jan. 1588 (nicht Nov. 1587, wieea in den Lettres missives II, 316 datirt ist; vgl. mit der Stelleüber die Rückkehr Chastülon's, Monlouet's u. a. ebd. 317; Mem. deMornay I, 834 f; Chastillon trennte sich von der Armee erst nachdem.8. Dez. 1587, Delaborde S. 301; 488 ff.) ankündigt, erhielt am29. Jan. zu Montauban Instruktion für seine Werbung bei J. C. (Auszugim Bulletin S. 618 f; über seine Sendung in die Schweiz vgl. Dela-borde S. 322; seine Beglaubigung bei L. Wilhelm gl. Datums (pr.Kassel 14. April) nebst einem Begleitschr. des Abgesandten der fran-zösischen Kirchen Marb. a. a. 0. Orr.) Nach J. C. Kalendernotizen kamer am 1. April nach Heidelberg, hatte am 2. Audienz und predigte am24. in der französischen Kirche. Vgl. La Hug. III, 223 ff; 230; Epb.S. 480; 531 f; Delaborde S. 323 f; Hotom. epp. S. 149; 212.Ein Sehr. Beza's an Heinrich von Navarra, das nach dem Tod Conde's— f 5. März 1588 — zum engen Anschluss an J. C. rät, bei Aumale,Hist. des princes de Conde II, 424 ff. Auf la Roche Chandieu folgteein zweiter Sendbote Navarras, Couvrelles, vgl. La Hug. III, 227 ff;J. C. im Kalender zum 3. April: „Couvreles m' a conte des nouvellesde France". — Am 29. April antwortet der Strassburger Rat Navarraauf die durch Reaux und Rochechandieu überbrachten kgl. Sehr. (Str.A. A. 1857 Conc.)