Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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123
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141. 1588 123

Sprach mit dem Kanzler über die Landrettung, las ihm J. Sehr. 1. Aprilund die Ursachen, dass J. sich nicht zeitiger erklärt, vor und gabihm die Zusätze J. zum Heidelberger Abschied in Abschrift,mit dem Bemerken,das man mit 2000 fl. zu sollichem werk schwer-lich kommen noch die andern grafen hierzu vieler Ursachen halberwurde bringen können", ferner dass J. nicht allein auf den Kriegals das äusserste Mittel, sondern zumeist auf Errichtung einescollegium und aerarium sehe,derwegen sie [J.] dann hibei undbis solang man Dennemark, Engelland, die Niederland, Branden-burg, Braunschweig, Hessen und etliche der reichsstätte hierzugleichergestalt vermögen möchte, etwas weiters wurden tun müssen." 1Der Kanzler besorgte, bei andern Potentaten werde eine Beisteuerschwerlich zu erlangen sein, und empfahl vorerst eine VerständigungJ. und der Wetterauischen Grafen und R. Städte mit seinem Herrn.. . . Dohna zieht ab; der Stebler Dietz von Wamboldt ist nichtmehr in den vorigen Gnaden ; an seiner Statt soll J. früherer Hof-junker Hövell kommen, den er da fand und der für den Herrn vonHohensachsen ein Haus in Heidelberg bestellen sollte; diesem hatnach seinem Abschied in den Niederlanden J. C. das AmtMosch-bach" zugesagt, von dem Julius von Thüngen zurückgetreten ist.Auch der Marschalk Wolff Dietrich Behm wird abziehen.Undwerden mehrerteils solche mutationes dem herrn von Putlitz unddem canzler schuld gegeben, dan dieselbige den apt gern allein,wie bisher der herr von Dohna und Beutrick getan, regiren wollen. 2 "

Düsseid. Kurkbln. Erzb. Gebli. Truchs* 5a f. 116. Or.

eingeleiteten ersten Schritte vgl. Häb erlin XV, 111 ff; Back II, 499 f.J. C. vermerkt in seinem Kalender von 1587 zum 5. Mai: Friedeisheim,frue mit H. Hans [der am 2. Mai in Billigheim zu ihm gekommen war]allerhand teologische sachen verriebt". Die politischen und persönlichenBeziehungen zwischen beiden Fürsten gestalteten sich damals immervertraulicher. Wir finden Pf. Johann vom 16. bis 18. Febr. 1587 inHeidelberg, dann wieder beide Fürsten in Heidelberg, Neustadt,Lautern vom 11. bis 18. März zusammen. Am 25. Juni kam Pf. Johannschon wieder nach Heidelberg; J. C. vermerkt zum 26.: allerhand mitHerzog Hans verrichtet, zum 27.: den ganzen Tag mit Herzog HansGeschäfte verrichtet. Vom 18. August bis zum 1. Sept. jagten sie zu-sammen; dann trafen sie sich wieder am 14. Nov. zu Kaiserslautern.Zum 3. Febr. 1588 vermerkt J. C.:ist H. Hans pfalzgraf gemahlinsampt derselben kinder wegen der S ta Liga tyrannei ankörnen und alsoexiles von'haus und hof ziehen müssen"; die Pfalzgräfin hatte dann am24. zu Heidelberg eine Fehlgeburt. Vergl. No. 119. Am 13. Märzkam der Kanzler des:Pf. Jobann, am 23. dieser selbst nach Heidelberg;zum 27:darnach H. Hans P. mir furgelesen, was S. L. bedacht indruck ausgehen zu lassen". Am 3. April zog Pf. Johann weg; vom4. bis 8. Mai waren beide Pfalzgrafen wieder in Friedrichsbühel zu-sammen. Ein Warnungsschr. Würtembergs an J. vom 30. Mai undJ. Antwort vom 2. Juni, worin der Pf. sich gewillt erklärt die Wahrheitseines Katechismus vor einem Kel. Tag aller ev. Stände darzutun, W.die Rückkehr etlicher widerspänstiger Kirchendiener nach Würtembergankündigt und W. warnt nicht Schritte herauszufordern, die er lieberunterliesse, Strassb. prot. Seminar (Lettres diverses, Bd. HL, No.127 f. Copp.).

1 Vgl. No. 88; 105.

2 Ueber die Veränderungen am pfälzischen Hof, namentlich die