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drohenden Zerrüttungen Hessen sich durch ernstes Zusammensetzender religionsverwandten Stände vermeiden. Bittet J. C. mit andernStänden sich der Sache anzunehmen; ist eventuell bereit, Bonn undBerk [Rheinberg] J. C. oder einem andern unparteiischen Fürsteneinzuräumen.
P. S. Erhält eben ein Packet von der K. von England, desInhalts, sie habe vernommen, „das allerhand trauungen hin und wiederwider E. F. Dt. eines feindlichen Überfalls halben spargiret undausgössen werden", und beauftrage ihn, im Notfall auf J. C. Erfor-dern demselben mit 2000 Pferden zu Hülfe zu ziehen. ErwartetJ. C's Resolution, falls sich nicht sonst eine Gelegenheit gibt, den-selben persönlich aufzusuchen und darüber anzusprechen, wozu ervon der K. ausdrücklichen Befehl hat. 1
Düsseid., churcöln. Kriegsakten 24. f. 20. ff. Cop. Marb., Pfalz Oop.
130. Gedenkzettel Johann Casimirs.' (Februar)
„Discours de noz princes de l'empire et esfcrangers chrestiens.
Dennemark.
Ist zornig uf seine gesandten gewesen, daz sie dem churf, dasleid geklagt, als sie erfaren gehabt, daz er sich wider anderwertsverstadt gehabt.
Zu Lüneburg hat er sich kuniglich und christlich erzeigt.
20 m dalar mitleidenlich hilf geben. Sein 2 ten söhn im stiftStrasburg geton und dem kaiser der capitular halb ein heroischschreiben geton.
Hat 20 m dalar mitleidenlich hilf gesteuert.
Engeland. Lecestre.
Engeland hat sich rund contra Spa. erwiesen. Für ein weibists gnugsam, mir ander stend solten uns darin spigeln.
1 Am l./ll. März verliess Schenk Bonn, um sich zu J. C. zu be-geben (Buch Weinsberg IV, 1898, S. 12).
2 Diese Aufzeichnungen (gedruckt bei Häusser, Tagebuch J. C.S. 401—406), die sich grösstenteils auf Vergangenes zu rückbeziehenund namentlich die sächsische Politik unter August und Christianzusammenfassend behandeln, geben nur wenige. Anhaltspunkte fürdie Zeit ihrer Entstehung. Die Erwähnung des Kollegialtags (vgl.No. 118) zeigt, dass sie frühestens Ende Januar oder Anfang Februar1588 ahgefasst sein können. Auf der anderen Seite scheint mir dieAnnahme ihrer Abfassung nach der spanischen Werbung und der Unter-redung mit Salis (4. 9. April) ausgeschlossen zu seiu. Während z. B.hier ein baldiger K. Tag als vermutliches Ergebniss der sächsicheD Politikbezeichnet wird, berührt die Unterredung mit Salis das Gerücht voneiner Ablehnung des R. Tags durch Sachsen und Brandenburg.- Fernerist hier keine Rede von den im März zwischen J. C. und Schenk ge-pflogenen Verhandlungen. Die wiederholte Erwähnung der zu fassendenkriegerischen „resolution" weist endlich auf eine Zeit, in der J. C. zumLosschlagen geneigt war; einmal heisst es ausdrücklich: „mander auL. Wilh. ma resolution". Dies würde auf Ende Febr. und Anfang Märzpassen, wo J. C. Musterungen von geworbenen Truppen und Landvolkabhielt (No. 127, S. 109 A. 3); in seinem Kalender vermerkt er zum 27. Feb-ruar : „Jeckel lackay gen Cassel abgefertigt". Ueber L. Wilhelms Schrittebei Sachsen zu Gunsten einer Unterstützung der Pfalz vgl. No. 126.