106—107. 1587 91
fl. von England, Dänemark u. a. wären kaum 12000 Mann aufzu-stellen und kaum durch die Pässe und das verheerte Lothringen zubringen; abwärts sind die Parma'schen und lützelburgischenTruppen,aufwärts die Erzherzoge, Savoien und die kath. Schweizer. Hiezudie Gefahr in Polen. ... W. soll sich mit J. C. verständigen,wie obige Hindernisse zu umgehen. . . . Wurde von M. GeorgFriedrich aus beweglichen Ursachen aufgehalten.
(P. S.) Erfolg des viel geringeren Zugs ao. 62. „In deinemnamen, herr, wollen wir das panier ufwerfen." Gott will die Ehrehaben. Einstweilen ein Winterlager zu schlagen oder den K. vonFrankreich zum Frieden und zur Sendung seines und des navarrischenKriegsvolks nach Artois gegen Parma zu veranlassen; Englandkönnte auch helfen. Bittet W. das beil. Sehr, an den K. vonFrankreich [Ansbach 20. Nov.] ins Französische übersetzen undhinein gelangen zu lassen. Schomberg sucht den Sieg Navarras zuverkleinern; sein Sehr, zeigt, „das gewiss das deutsche evangelische .gebluet bei ihme fast kalt worden". Gerücht, J. C. oder dessenTheologen hätten das Lesen der lutherischen Schriften verboten;schickt Cop. seines Sehr, an J. C. [26. Nov.] und bittet W. auchzu schreiben. . . .
Mar|). Frkr. 1587. III. Or. (pr. Kasnol 21. Dez.).
107. Christian von Sachsen an König Friedrich vonDezember
Dänemark. 12
Dresden
Auf F. Ersuchen (durch einen Einspännigen) um Bericht dar-über, ob er wirklich in seinen Landen die lutherischen Prädikantenabschaffe und calvinische dafür berufe und einsetze; der Knecht,der ihm die kgl. Antwort vom 22. Nov. brachte, wurde ebenfallsnm diese Dinge befragt. Bleibt bei seiner F. durch dessen Knechtzugestellten Erklärung, „das wir in der religion bisanher in unserenlanden nicht die geringste verenderung gemacht, auch dasselbe zutun nicht bedacht sein". Hat seit dem Tod seines Vaters keinePerson zum Kirchendienst gebraucht, die nicht schon zu Lebzeitendes Vaters im Predigtamt gewesen. Solche Reden kommen wohlvon unruhigen Köpfen, „die keinen zwank leiden und lieber uns dieobrigkeit regieren als geburlichen und schuldigen gehorsamb leistenwolten". Da aber F. nach seinem Bericht auch von vornehmenPotentaten im Reich deshalb mündlich und schriftlich angelangtworden ist, bittet er um ganz vertrauliche Mitteilung, woher undvon wem diese Reden an den K. gekommen. 1
Kopenh., Sachsen A. Or. (pr. 27. Dez.).
1 Vgl. No. 95. Am 17. Dez. schrieb Ludwig von Würtembergan den Kf. wegen des Gerüchts, dieser wolle von der Konkordienformelzurücktreten und das alte corpus doctrinae wieder einführen (Dresden,10313, eigh.). Auf die durchaus ablehnende Antwort vom 3. Jan. 1588(Richard, der Kanzler Krell I, 269 ff.) erklärte L., er stelle dieSache Gott anheim und habe das Seinige getan (Dr. a. a. Or.). ImApril 1588 schrieb M. Georg Friedrich ebenfalls warnend, unter Hin-weis auf die bedenkliche Umgestaltung der Univ. Wittenberg, an denKf. (ebd. Or.).