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villeicht der dritt man in solcher dissipation sein heil zu versuchenauch nicht feiren möchte". . . .
Berlin, E. IX. 8 od. Cop.
101. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. Novbr.
(Kurff. Tag zu Speier; Bedrohung der ständischen Freiheiten; Partei- „ ., .Hchkeit. Ein K. Tag in Sicht. Polnische Sache. Abstellung der Seidel-Beschwerden.) berg
Auf W. Sehr, vom 11. Die beabsichtigte kurf. Zusammenkunftzu Speier 1 ist nicht zu Stande gekommen, weil die Ursache, warumsie ausgeschrieben („nemlich das navarrisch kriegsvolk aus demElsass fortgezogen und durch Lotringen passiert") nicht mehr vor-banden war. Abraham Bock hatte schon Befehl empfangen, Sachsenzu vertreten. Nun ist ein weiterer Tag „us gesuchtem fundamentdes künftigen abzugs" auf den 1. Januar nach Speier ausgeschrieben, 5wobei die kais. Kommissarien sein sollen, gegen das alte Herkommen,aber er kann es nicht ändern. Das Ausschreiben bespricht dieUngewissheit der Entscheidung in Frankreich, man müsse gute Vor-bereitung dagegen treffen; aber das dürfte kaum der vornehmstescopus sein ; warum ist man hier so ängstlich, während man denvom niederländ. Kriegswesen betroffenen Ständen, Jülich, Münsteretc. nicht geholfen, sondern sogar die Spanier gegen ihre Klagenverteidigt und bei der Traktation im K. Bat sitzen lassen hat. 8Glaubt, es sei darum zu tun, das, was auf dem R. Tag von anno70 und seither der Patenten wegen gesucht worden, wieder zuurgiren „und also zum wenigsten itzo abermaln ein vorbau zu legen,wie künftig alle macht der teutschen gewerb in der kais. Mt. hendeallein zu bringen". Damit kann man die Evangelischen in undausserhalb des Reichs dem Papst unterwerfen und die Freiheitender kurf., fürstlichen und gräflichen Häuser in Deutschland vollendsbeseitigen. „Und uf solches möchte auch wol ein reichstag folgenund dis orts angezettelt werden." An und für sich wäre ein solchersehr nötig, aber die Erfahrung seit 30 Jahren lehrt, dass es dortnicht um Abstellung der ständischen Beschwerungen, sondern nurum Kontributionen zu tun ist, was der alten Freiheit des röm.Reichs widerspricht. Erinnert an die Weigerung des Pf. Friedrich,eine von K. Friedrich III. begehrte Kontribution zu bewilligen, daer nicht denke, das Reich schatzbar machen zu helfen; doch gaber zuletzt nach dem Kaiser zu Ehren. Seitdem ist es, weit ge-kommen. „Nichts desto weniger dörfen sich auch noch kaiserische rätfinden, die solchen jetzo schier plutröstigen von den undertonenausgepressten schweiss, wie die jüngst Regenspurgisch hülf, nur einbadgeld nennen". Man könnte wohl anderweitig dem Reich einPatrimonium schaffen, ohne immer die Rechnung auf deni Beutel derUntertanen zu machen.
1 Vgl. No. 72.
2 Vgl. Mainz an J. C, Aschaffenburg 30. Okt./9. Nov. (Marb. Cop.),mit der Begründung, der Kaiser wünsche den Tag, um sich einst-weilen für den Ausgang des französischen Kriegs vorzusehen.
8 Vgl. I. 357; 385; II. 413.