76 1587 88—89.
Oktober 88. Jobann von Nassau an (Romberg?).
(Zettel). Hat das bewusste Werk bei der K. von England undihrem Parlament, den niederländischen Staaten, J. C, L. Wilhelm,den Schweizern und den navarrischen Gesandten sowie etlichenR. Städten ziemlich angezettelt; erwartet in Kurzem die Antworten,aus England und Niederland noch vor Martini. Vor wenigen Tagenergab sich gar gute Gelegenheit mit dem K. von Dänemark undetlichen R. Städten, worüber er mit dem Sohn und etlichen vor-nehmen Räten des K. binnen wenigen Tagen in Dillenburg oder inder Nähe ferner zu handeln bedacht ist. Das Werk bisher sehrgehindert dadurch, dass er nicht von Haus kommen und etlicheHerrn ansprechen konnte „noch mehr guter leute umb uns haben,welche uns die hand bieten möchten" ; sein Vorschlag wird denHerrn, die der Sache nicht vorher nachgedacht, zuerst fremd und unmög-lich, zum Teil auch verdächtig oder gefährlich erscheinen. 1
Wiesbaden, Dillenb* Korr. Conc.
Oktober 89. P a llavi ein o an S egur.
2
(Ungünstige Wirkung der englischen Reise La Huguerye's. Englische
London Teilnahme am Verlaufe des Feldzugs. Ein Nachzug unter J. C. Führung
wünschenswert.)
Schrieb vor wenigen Tagen an S. „en l'armee", wohin derHerr „Foulk Greuuil" abging, erfuhr aber „dernierement" durchSehr, des seig r Calandrini vom 4. Sept., S. sei in Deutschland ge-blieben. Averli noch nicht angekommen. Bittet künftig die Briefedurch Calandrin zu schicken. 2 „Je ne doubte point que le rapportde La Huguerie de pardelä aura tendu ä fin que mons r le ducCasimir et les aultres n'esperent auleune chose de nous, non plusque de ceux qui ne sont au monde; ce qui aura possibile este causeque mons r le duc non seulement se sera refrodi en ses actions,
1 Vgl. No. 80. Am pfälzischen Hof fanden die Vorschläge J., fürdie sich dort Philipp der Jüngere von Winnenberg bemühte, wenig An-klang; vgl. J.Korr, mit Winnenberg ebd; in seinemSchr. aus Wittgensteinvom 14. Okt. bedauert J. die kurze abschlägige Antwort, worauf er die1000 Pf. und 2 Fähnlein Knechte in Wartgeld abgedankt habe; erglaubt, „das mistrauen und die praeiudicia, welche Bitterichius drobengepflanzt und eingeproft, können so balt nit auswachsen und ver-gehen" ; S.> Thomas sei auch nicht immer ungläubig geblieben. Ermeint, man hätte auf dem von ihm vorgeschlagenen Weg den Anzugder Reiter des K. von Frankreich hindern oder wenigstens Parma imNiederland derart beschäftigen können, dass man vielleicht Wesel undden von Neuenar entsetzt, „Niemägen" oder andere Oerter erobert,mindestens die spanischen Truppen zum Abzug aus Lothringen undFrankreich genötigt hätte. Damals hoffte J. noch auf dänische An-knüpfungen in den nächsten Tagen. Am 25. Okt. schreibt er demAmtmann Branck zu Jdstein, der bewusste junge Herr sei wegenKrankheit und Winterszeit nicht herausgekommen. Am 23. Nov.meldet Winnenberg nach einem Gespräch mit Putlitz und Reuber zuKreuznach, die Gemüter schienen geneigt; man möchte nur sicherwissen, was andere, besonders die G. [Grafen] dazu tun wollen.
2 J. C. Kalender zum 15. Dezember: „Calendrini ankörnen."