87. 1587 75
ankommen, hat man ein greulich geschrei vom herzogen von Meine Septbr.gemacht, wie er mit viel 1000 bei uns sei, nur uf ein halbe meil 30von Clots quartier, welches heisst Crei. Meine soll gelegen habenzuMontbar; 1 als man ine aber gesucht, hat man keinen menschengefunden. In Lotringen hat man die arme leut mit brand verderbtund des sich doselbsten wieder aller gutherzigen willen solang uf-gehalten, bis die krankheiten eingerissen. Eine grosse gnade hatmir der allmechtige in dem erwisen, das noch zur zeit unangesehenaller mangel niemals kein mutterei gewesen. 2 Dan ob manwohl geklagt und umb abschaffung der mengel gebeten, so hatman sich doch weisen lassen und man ist vortgezogen und allezeitgegen dem feind getan, was ehrlichen leuten geburt, ohn einzigedifficultet und meuterei. Insgemein ist kein wein und für dielandsknecht kein scbuch vorhanden; das macht sie etwas unlustigund krank, doch folgen sie immerdar hernach. Der obrist Friederichvon Webren sambt seiner dochter man, desgleichen der obrist Clottbeneben seinen beiden söhnen, dern der eine sein obrister leutenantgewest, seind auch zu dem alten häufen. 3 Mich bedunkt, Clotenhabe der schlag gerurt. Wehren ist 60 und Klott 66 jähr altgewest. Es hat nit wenig schrecken ins volk gebracht, aber manhat es gott bevehlen muessen. So wenig Papisten zu uns fallen,so wenig glaub ich auch stossen zu dem von Guise; dan er aint-weder gar verzagt sein muss oder kein gross volk haben, sonstenhette er sich änderst in der tat erwiesen. Den gresten abbruchtun die bauren, da sie etwan die kranke knecht, so nicht folgenkönnen und bisweilen erst im dritten tag hernachkommen, zu todtschlagen. Dagegen muss mancher unschuldiger bauer bisweilenwiederumb die schuch ausziehen. Von den krankheiten erholensich viel knecht wieder, dieweil man wiederumb die muhlen undbisweilen ein trunk weins hat. Die Weintrauben und das obstun viel schaden, item das man oft an inficirten orten hat muessenliegen, wie dan Frankreich itzo mit pestilenz, krieg und hungerstete geplagt wirt." Von den 39 vom Adel und 3 Grafenunter seiner Rennfahne ist noch keiner gestorben, wie auch vonseinen Aufwärtern. „Nous sommes mervellieusement tormentezavec le canons [! ?], mais sans cela nous mourerons de faim.Was vor verreterische praktichen Lotringen in unserm leger sichzu gebrauchen understanden und wie wir ihme hinwieder ge-antwortet, ist aus dem inschluss mit I. II. HI. zu sehen." 4
Marb. Frkr. 1588. I. Cop.
1 Ebd. S. 270 f.
2 Dies ist nicht richtig, wie überhaupt der ganze Bericht nochviel zu optimistisch gehalten ist; vgl. Eph. S. 230 über die Unbot-mässigkeit der Basier Knechte am 13. Sept; Schmidt S. 101; 103.
s Eph. S. 247 f; 252; 284 f; 263; Tuetey I, 82 f.
4 Eph. S. 232; 236 f; Mem. III, 187 ff; Tuetey I, 88 ff; SchmidtS. 102. Die beiden deutschen Patente Lothringens, datirt Neufchasteau13./23. Sept., Marb. Frkr. 1587, I, f. 87 ff; Copp; in der „coppie dela promesse de mons r de Lorraine" findet sich nichts von dem beiLa Hug. III, 188 erwähnten Angebot von 300000 fl. Die Antwortdes deutschen Kriegsvolks vom 26. Sept. Marb. a. a. O. f. 91.