Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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74
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74 1587 8687.

Septbr. 4 Johann Casimir an König Friedrich von

Heidel- Dänemark.

berg Auf die kgl. Sehr, vom 8. und 18. August. 1 Dank für die in

Hamburg erlegte Geldhülfe von 20 000 Talern. Hat seinerseits,um den 1. Monatsold aufzubringen, für sich und seinen Pflegesohnan Geld, Geschütz, Munition u. s. w. ein Stattliches aufgewendetund auf Vertröstung Magdeburgs und Hessens über 50 000 fl. inder Eile aufgenommen. Verweist auf beil. Spezifikation; nach dernavarrischen Rekognition hat er nur 54000 fl. (20 000 TalerDänemark, 15 000 Taler Magdeburg, 15 000 fl. Hessen) wieder zuempfangen; das Uebrige (55 530 fl.) ist aus seinem und des Pflege-sohns Säckel. Sie alle haben ihr Geld bei Gott und seiner be-drängten Kirche angelegt,da es nicht allein zeitlichen, sondern ewigeschätze wuchern wurd." Durchzug durch Lothringen. Chastillon....

Kopenh. Joh. Casimir. Or.

Septbr. 87. Dohna an Johann Casimir.

30 ., (Die Armee durch Krankheit geschwächt. Der Feind nicht zu sehen,.ttavieres s e j ne ü Der g an g, VerwüstungLothringens. Noch keine Meuterei. Wehrenund Klott gestorben. Feindseligkeit der Bauern. Lothringischer Verrat.)

Obwohl es bisher nicht ohne alle Widerwärtigkeiten abgegangen,kann man doch, wenn man das Ganze ansieht, Gott nicht genugdanken. Mangel an Salz, Wein u. a. hat Ruhr und Bräune er-zeugt, die Mühlen in Lothringen waren meist zerbrochen. Jetztbeginnt es besser zu werden, aber durch das Sterben fangen dieFahnen an schwach zu werden. Das Regiment nimmt ab; dieSchweizer sterben auch sehr.Jedoch ist man so stark, das wiruns gar nit furchten und suchen allezeit unsern feind, können ihneaber nicht finden. Er ist überall und doch nirgends. An allenpassen macht er grosse preparation uns ufzuhalten; wan wir kommen,so finden wir niemands daheimbt." Uebergang über die Seine beiChastillon, am 24. Sept., dem Herrn von Chastillon wurde eineinziger Capitän erschossen, 2 sonst von den Ihrigen niemand be-schädigt, dagegen über 100 Feinde gefangen. Gestern wurde ihnenein Einspänniger weggefangen, die einzige Kundschaft, die derFeind seit 3 Wochen von ihnen hat.Wie wir gestern alhier

1 Vgl. No. 68. Am 30. Sept. stellt J. C. für seinen Kammer-schreiber Stephan Andree Vollmacht aus die 20000 Taler Dänemarksgegen Quittung zu erheben (Kopenh. Pfalz Or; ebd. das Or. derQuittung vom gl. Datum). Am 25. Sept. dankt auch Segur aus Frank-furt für das erlegte Geld, mit der Bitte um weitere Geldhülfe, dadieses Heer nicht genügen werde; er sei auf Befehl Navarras inDeutschland geblieben und hoffe auf die bevorstehende ZusammenkunftF. mit den Kff., zu der er Bongars schicken werde (ebd. Frankr. Ref.Or.); vgl. über dessen Reise An quez S. 23. Am 15. Oktober schreibtF. an Magdeburg, Lübeck und Hamburg hätten sich der Kontributiongeweigert, weil nicht alle Stände der A. C. sich Navarras annähmen(Kopenh. d. Prot.).

2 Vgl. La Hug. Eph. S. 261; über den Aufenthalt in Ravieresebd. 270 f.