68. 1587 57
68. König Friedrich von Dänemark an August
Johann Casimir. 1 Silken-
burgNavarrische Sache, von manchen immer noch für keine ge-meinsame und dieser Orte wichtige gehalten. Hat sich entschlossenzu Beförderung des jetzt geworbenen Kriegsvolks 20 000 Taler vor-zuschiessen und in Hamburg zu hinterlegen. Hofft auf Befolgungdieses Beispiels von Seiten anderer Kff., Fürsten und Stände. J. C.Gesinnung zu der Sache ist ihm bekannt. Auf die Werbung desPudlitz konnte er sich nicht erklären, 2 da er noch auf den Naum-burger Tag hoffte; nachdem aber auch dort nichts zu Stande ge-kommen ist, will er nicht länger zurückhalten. Bittet um Beförde-rung der Sache bei andern; weiter zu kommunizieren mit J. C. [!],Georg Friedrich und L. Wilhelm.
Kopenh. D. Prot. 1586—88.
1 M. m. an Magdeburg, Ansbach, L. Wilhelm; das Formular desProt, bringt Magdeburg und J. C. durcheinander.
2 In seiner Antwort vom 12. Juni auf J. C. Sehr. 14. und 22. Maiund die gestrige Werbung des Putlitz (vgl. Hisr. Tidsskrift IV. 3,Kopenh. 1872/73, 572) verweist F. auf Bescheid durch den Gesandten;kann sich leider diesmal in Ermanglung der kurf. Erklärung nichtweiter resolviren. Dagegen hatte die Werbung Ernsts von Mansfeld,der auch Kredenz von Magdeburg hatte, in Sachen der StrassburgerKapitularen und der Geldhülfe für Navarra am 3. August den bestenErfolg. Am 9. August erliess K. Friedrich sein Interzessionsschr. fürdie Strassburger an den Kaiser (Ehses-Meister, N. B. I. 1, 333 ff;Meister, Kapitelstreit S. 252; 260). Am 18. August teilte er J. C.mit, das Geld für Navarra sei bei dem Hamburger Rats verwandtenHermann Moller hinterlegt, der es entweder einem Abgeordneten J. C.oder dem navarrischen Gesandten, „wer es under euch beiden furdernwurde", aushändigen solle. Zugleich bat er J. C. „von unsertwegen"Navarra zu ermahnen, er solle, wenn das Glück ihm künftig holdbleiben werde, „sich von der alten konigin . . . nicht me wie zuvormit guten worden betriegen, sondern sich die vorigen geschichte einewarnung sein lassen" (Kopenh. d. Prot.). Eben damals waren auchdie von Dänemark 1586 eingeleiteten Verhandlungen über den Friedenzwischen Spanien und England (vgl. Götting. Gelehrte Anzeigen1897 S. 319 A.l; 1900 S. 543 A. 3) in einen gewissen Stillstand geraten,nachdem Parma in seinem Sehr, an den K. vom 20./30. Juni (ebd.Frankr. Ref. Or.) bereits einen guten Ausgang bezweifelt, K. Friedrichdie spanische Forderung eines dänischen Einschreitens gegen dieHansestädte wegen ihrer Begünstigung der Niederländer abgelehnt(Werbung Westendorps, Anderskow 21. Juni, ebd. Span. Niderl. A;F. an Parma 23. Juni, ebd. D. Prot.) und England ebenfalls wegenOrt und Zeit der Verhandlungen Schwierigkeiten gemacht hatte (F.an Parma 17. Juli, ebd. Frankr. Ref.). Die dänische Politik wandtesich damals mit steigendem Nachdruck ihren deutschen Projekten(vgl. No. 3; 57) zu; am 4. August schrieb der K. an Ulrich vonMecklenburg, sein Sohn Ulrich sei jetzt als Domherr zu Strassburg,sein jüngster Sohn Johann auf Beförderung des Administrators insErzstift Magdeburg aufgenommen worden (ebd. D. Prot.).